Im Kanton Zürich sind schweizweit die meisten KI-Jobs ausgeschrieben. Das gilt auch für die Zürcher IT-Branche. Fast ein Viertel aller nationalen Stellen sind hier vakant.
Die Nachfrage nach KI-Fachkräften ist seit Anfang Jahr auf über 400 KI-Jobannoncen pro Monat angewachsen. Zu diesem Ergebnis kommt der erste "Swiss AI Jobs Report" der Hochschule Luzern, der Arbeitsmarkt-Forschungsfirma x28 und der Local AI Community LAC. Für den Bericht wurden 4703 Stellenanzeigen analysiert.
Demnach gibt es beim Bedarf an KI-Know-how regional grosse Unterschiede. Mit 1773 offenen Stellen fällt ein grosser Teil der nationalen KI-Jobs auf den Kanton Zürich. "Zürich ist als Tech-Hub und grösster Wirtschaftsstandort der Schweiz erwartungsgemäss führend, auch aufgrund seiner Bevölkerungsdichte", sagt Co-Studienautor Florian Bär von der Hochschule Luzern in einer Mitteilung.
Zahl der KI-Stellenausschreibungen in den Kantonen. Bild: Hochschule Luzern
Aber auch in kleineren Kantonen wie Genf oder Zug sei die Nachfrage nach KI-Fachkräften gross. "Betrachtet man die Anzahl der KI-Stellen pro Kopf, gehört Zug zur nationalen Spitze", so Bär. Ein Grund dafür sei das dort ansässige Innovations- und Finanzzentrum Crypto Valley. Als weitere Cluster weist der Report Bern (512), Basel-Stadt (448) und Waadt (281) aus.
IT, Banken und Forschung suchen KI-Expertise
Die stärkste Nachfrage nach KI-Experten registrieren die Studienautoren in der Informatik. Dort alleine ist fast ein Viertel aller Stellen (1205) ausgeschrieben. Die drei Unternehmen mit dem grössten Bedarf sind Microsoft Schweiz (54), Google Switzerland (50) und Elca (39).
Darauf folgt der Finanzsektor mit 552 Stellenannoncen. Die Banque Lombard Odier hat Bedarf an 83 Stellen, LGT (42) und UBS (29) suchen weit weniger qualifiziertes Personal. Im Bereich Forschung und Bildung sind mit 435 ähnlich viele Stellen offen, wobei an der ETH alleine 103 Positionen vakant sind. Die EPFL listet 34 KI-Jobs, die Universität Zürich deren 32.
Die ebenfalls forschungsintensive Chemie- und Pharmabranche beginnt offenbar erst damit, sich das Potenzial von KI zu erschliessen. Dort sind lediglich 298 Jobs mit KI-Kenntnissen unbesetzt, wovon 77 auf Roche, 49 auf Novartis und 47 auf Johnson & Johnson entfallen. Eine ähnlich hohe Anzahl (296) Stellenannoncen weist die Sparte Rechts- und Wirtschaftsberatung aus, mit KPMG (49), Deloitte (36) und EY (34) als Unternehmen mit der stärksten Nachfrage.
Für Co-Autor Bär ist es überraschend, wie stark die IT-Branche den KI-Stellenmarkt dominiert. "Das zeigt, dass die eigentliche Entwicklung und Implementierung von KI-Systemen immer noch im Kern der Tech-Industrie stattfindet", sagt er. Für ihn wird es spannend sein, wann und wie schnell andere, nicht-technologische Branchen den Reifegrad der IT erreichen.