Das Luft- und Raumfahrtunternehmen Airbus hat Atos ein Angebot zum Erwerb eines Anteils an Evidian gemacht, dem Security-Unternehmen, das von Atos ausgegliedert wurde. Nach Angaben des französischen IT-Dienstleistungsriesen laufen derzeit Gespräche zwischen den beiden Unternehmen.
Der Verwaltungsrat von Atos erklärte, dass er beabsichtige, "weitere Gespräche mit Airbus zu führen, eine Due-Diligence-Prüfung vorzunehmen und über eine langfristige strategische und technologische Partnerschaft sowie über die Veräusserung der Beteiligung von 29,9% an Evidian zu verhandeln".
Mit dem Luft- und Raumfahrtunternehmen sei keine Exklusivitätsvereinbarung getroffen worden. Es könne auch nicht zugesichert werden, dass die Parteien eine endgültige Vereinbarung abschliessen, so das Atos-Statement.
Der französische IT-Dienstleister war bislang nicht in der Lage, seinen Cloud-Umsatz ausreichend zu steigern, um den Rückgang bei klassischen IT-Infrastruktur-Services zu kompensieren. In den letzten Jahren stagnierte der Umsatz. 2021 lag er bei 12,8 Milliarden Dollar, nach 12,7 Milliarden Dollar im Vorjahr. Die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2022 will Atos am 28. Februar publizieren.
Im vergangenen Jahr wurde ein
neuer CEO, Rodolphe Belmer, mit dem Auftrag eingestellt, eine neue Strategie für das Unternehmen zu entwickeln. Berichten zufolge kam es jedoch zu Konflikten mit dem Atos-Verwaltungsrat. Im Juni wurde bekannt, dass Belmer das
Unternehmen verlässt und Atos in zwei getrennte Unternehmen aufgeteilt wird: der klassische Infrastruktur-Bereich "Tech Foundations" sowie das Unternehmen Evidian, das für Cybersicherheit, Big Data und weitere digitale Services zuständig ist.
Anfang Jahr wurde bekannt, dass
Airbus Interesse an der Atos-Sparte hat. Das Angebot von Airbus stehe im Einklang mit dem Abspaltungsplan von Atos, schreibt das Unternehmen. Mit Airbus als "potenziellem Ankeraktionär und mit einer langfristigen strategischen und technologischen Vereinbarung" könnte Evidian seine Position und Reichweite stärken. Beide Unternehmen könnten ihren Kundenstamm vergrössern, indem Cross-Selling-Möglichkeiten genutzt und neue Märkte erschlossen werden.