Amazon bietet 1,7 Milliarden für Hersteller von Staubsauger-Robotern

8. August 2022 um 08:54
image
Foto: iRobot

Mit der Übernahme von iRobot setzt der Konzern seine Akquisitionen im Bereich Smart Home fort. Amazon erhält damit auch immer mehr Daten von Privathaushalten.

Amazon will für 1,7 Milliarden Dollar den Staubsauger-Roboter-Hersteller iRobot kaufen. Amazon will 61 Dollar pro Aktie des Herstellers der Staubsauger der Marke Roomba zahlen und dessen Schulden übernehmen, wie der Konzern mitteilte.
"Über die Jahre hat das Team von iRobot seine Fähigkeit unter Beweis gestellt, neu zu erfinden, wie Menschen mit Produkten putzen, die unglaublich praktisch und erfinderisch sind", erklärte Amazon-Vizepräsident Dave Limp.
Das im US-Bundesstaat Massachusetts ansässige, 1990 gegründete Unternehmen entwickelt Smart-Home-Anwendungen und forscht im Bereich der künstlichen Intelligenz – Bereiche, an denen Amazon höchst interessiert ist.
Amazon erwarb 2018 das Videotürklingel-Unternehmen Ring und ein Jahr später den Wlan-Router-Hersteller Eero. Der hauseigene Assistent Alexa kann dadurch bereits tausende von Smart-Home-Geräten steuern, zukünftig wohl auch die Roomba-Staubsauger.
Wenn Roomba-Geräte staubsaugen, erstellen sie Karten von Innenräumen, inklusive wo die Möbel stehen, sowie gewisse mit einer Kamera erfasste 3D-Informationen und speichern diese. Datenschützer kritisieren, dass Amazon mit der geplanten Übernahme seine bereits grossen Sammlungen mit persönlichen User-Daten nun auch noch mit Innenkarten von Häusern und Wohnungen erweitern könnte.
Amazon wollte nicht kommentieren, wie Daten von iRobot verwendet werden. Der Analyst Colin Sebastian erklärte zum Kauf, dieser stärke "Amazons Interesse und Marktposition in Robotik und Heim-Automatisierung, und macht den strategischen Wert von künstlicher Intelligenz deutlich". Der Übernahme müssen noch Aktionäre und Aufsichtsbehörden zustimmen.

Loading

Kommentare

Anmeldung wird geprüft …

Mehr zum Thema

imageAbo

Luzern beschafft M365-Backup ohne Microsoft

Zur Stärkung der digitalen Souveränität will die Stadtverwaltung Backups der Microsoft-Dienste ohne den US-Anbieter speichern. Dabei soll Jocker IT helfen.

publiziert am 21.10.2026
image

Postfinance braucht Zustimmung für Stimmabdrücke

Postfinance ist mit einer Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht gescheitert. Für Stimmabdrücke von Kundinnen und Kunden benötigt das Unternehmen die Zustimmung.

publiziert am 21.10.2026
image

Berner IT-Millionenprojekt ist schon in der Krise

Die Einführung des neuen Fallführungssystems im Kanton Bern verzögert sich massiv. Pilotprojekte wurden sistiert, Mehrkosten drohen.

publiziert am 20.10.2026
imageAbo

Bis zu 7 Milliarden für Swiss Government Cloud

Die Swiss Government Cloud nimmt Gestalt an. Das BIT startet die Ausschreibung für drei Infrastrukturen mit unterschiedlichem Datenschutzlevel. Dabei stehen 7 Milliarden im Raum.

publiziert am 20.10.2026