Während zwischen Microsoft und Google der Wettlauf um die Vorherrschaft im KI-Business entbrannt ist, hält sich ein grosser Konkurrent bislang bedeckt. Apple hat nichts Vergleichbares angekündigt. Auch am internen AI Summit, der Mitte Februar im Apple Park abgehalten wurde, soll sich kein Einstieg ins Rennen angedeutet haben, wie ein 'Bloomberg'-Journalist berichtete.
Künstliche Intelligenz ist für Apples Produkte aber bedeutend, Siri etwa kann noch immer keine komplexen Anfragen beantworten. So wurde in einer Broschüre für den AI Summit auch darauf hingewiesen, dass sich Machine Learning stark beschleunige und Apple mit seinen Talenten ganz vorne mitmische. Eine Ankündigung könnte für Apples Worldwide Developers Conference (WWDC) im Juni anstehen.
Apple fordert Altersbeschränkung oder Filter
Doch nun macht Apple mit einer Entscheidung auf sich aufmerksam. Der Konzern hat einer beliebten App in seinem Store ein Update für eine ChatGPT-Funktion untersagt. Die Bluemail-App sollte damit das Schreiben von E-Mails vereinfachen. Apple begründet den drastischen Schritt damit, dass die KI von OpenAI unangemessene Inhalte produzieren könnte.
Dies berichtete das
'Wall Street Journal' mit Verweis auf eine Korrespondenz zwischen Apple und dem Appanbieter Blix. "Ihre App enthält KI-generierte Inhalte, aber derzeit keine Inhaltsfilterung", schrieb das Review-Team demnach. Blix müsse entweder die Altersbeschränkung auf 17 erhöhen oder einen Inhaltsfilter einbauen, fordert es.
Wie ernst meint es Apple mit der Ethik?
Nachdem ChatGPT einige Wochen in freier Wildbahn zu beobachten war, kann man sagen: Der Einwand hat Hand und Fuss.
Microsoft schränkte seinen Chatbot im Februar ein. Der Software-Konzern reagiert auf etliche Vorfälle, in denen der ChatGPT-basierte Text-Roboter übergriffig und unangemessen Antworten formulierte. Auch falsche Aussagen und Einschätzungen gab der Bot in selbstsicherem Gestus zum Besten.
Dass Apple nun ein Update von Blix unterbindet, ist aber ein drastischer Schritt. Nicht nur ist der Apple-Store essenziell für Appentwickler, es könnte auch ein Zeichen für andere Anbieter sein. Blix argumentiert, dass im Store bereits ChatGPT-bewaffnete Applikationen zu finden sie. Blix könne die Entscheidung des Review-Teams anfechten, heisst es hingegen von Apple.
Wie ernst Apple Ethik in einer hauseigenen KI nehmen würde, könnte sich ab Juni zeigen. Dann steigt die WWDC im Apple Park. Dort verkündet der Konzern traditionell grosse Neuerungen vor hunderten Entwicklern und Influencern.