Wer in der Schweizer Armee eine spezielle Funktion ausüben will, muss dafür oft eine vordienstliche Ausbildung absolvieren. Dabei gibt es je nach gewünschter Funktion verschiedene freiwillige oder obligatorische Lerneinheiten, die vor der Rekrutierung absolviert werden müssen. Pflichtkurse gibt es unter anderem für Fallschirmaufklärer, Militärpilotinnen oder Hundeführer. Freiwillige Kurse gibt es zum Beispiel für Funkaufklärer, Motorfahrerinnen und neu bald auch für das
Cyber-Bataillon.
Erste Cyber-Kurse starten 2023
Über die Ausschreibungsplattform 'Simap' wurde in einem offenen Verfahren ein Unternehmen gesucht, dass eine solche vordienstliche Cyber-Ausbildung organisieren und umsetzten kann. Von den 6 eingegangenen Angeboten, die in einer Preisspanne von knapp 2 bis über 15 Millionen Franken lagen, wurde der Zuschlag für 8,5 Millionen an den IT-Berater Consulteer aus Meggen/LU vergeben. Gewichtet wurde dabei der Preis zu 30% und die Leistungskompetenzen zu 70%. Das Unternehmen, das auch im Bereich der Produktion und dem Vertrieb von Schulungs- und Demounterlagen tätig ist, wird in Zukunft die Gesamtverantwortung für die militärische Vorbildung der interessierten Jugendlichen übernehmen.
In den Leistungsanforderungen waren zudem auch Informationen über das weitere Vorgehen im Projekt einsehbar. So soll 2022 mit dem Aufbau der Plattform begonnen werden. Zeitgleich sollen auch Konzepte für die Kommunikation sowie für die Orientierungsveranstaltungen der Armee erstellt werden. 2023 soll die Plattform in Produktion gehen und im ersten Quartal 2023 sollen die ersten Präsenzblöcke mit interessierten Jugendlichen stattfinden. Die gesamte Verantwortung für die Kurse und die Zertifizierung der Teilnehmenden wird bei Consulteer liegen, muss jedoch vorgängig von der Armee abgenommen werden.