Auch Kanton Basel-Landschaft will iGovPortal einführen

30. Mai 2022, 11:35
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Foto: Tourismus Basel-Landschaft

Ab Anfang 2024 soll der virtuelle Amtsschalter verfügbar sein. Mit der Installation der E-Government-Plattform wird für 3,4 Millionen Franken Softcom betraut.

2017 beschlossen die Kantone Freiburg und Jura, eine gemeinsame E-Government-Plattform zu lancieren, die zentral alle Dienstleistungen der öffentlichen Stellen zugänglich macht. Mittlerweile ist der Verein hinter der Plattform iGovPortal um die Kantone Graubünden, St. Gallen und Solothurn angewachsen, welche sich an der Weiterentwicklung beteiligen. Zuletzt wurde im März 2022 der Kanton Luzern als neues und sechstes Mitglied aufgenommen. Laut Verein wachse damit das Potenzial der möglichen Nutzer der interkantonalen Plattform auf 2,1 Millionen Bürgerinnen und Bürger.
Noch nicht Mitglied ist Basel-Landschaft. Doch auch dort soll iGovPortal eingeführt werden, wie einem Zuschlag auf Simap zu entnehmen ist. Mit dem Projekt "BL-Konto"wolle der Kanton für die Umsetzung seiner E-Government-Services als Bestandteil der Online-Service-Plattform ein Behördenportal aufbauen. Die Realisierung erfolge mit dem Produkt iGovPortal. Das Portal soll On-Premises in den kantonalen Rechenzentren installiert werden. Die Gesetzesgrundlage für Betrieb und Nutzung der Plattform hatte der Regierungsrat im Frühling 2020 geschaffen.
Das "BL-Konto" soll laut Pflichtenheft ein persönliches elektronisches Konto einführen, "damit Privatpersonen und Organisationen mit der Verwaltung Geschäfte auf elektronischem Weg geschützt, rechtsgültig und einfach abwickeln können". Mit der Ausschreibung sollen die Grundlagen dazu geschaffen werden, vorbehältlich Regierungsratsbeschluss betreffend Einführung iGovPortal. In einem ersten Schritt soll die Lösung installiert und in Betrieb genommen, sowie erste Anwendungsfälle implementiert werden. Dazu gehören unter anderem die Einbindung der elektronischen Steuererklärung und der Urkundenbestellungen bei der Zivilrechtsverwaltung.
Mit der Installation und Integration von iGovPortal, der Implementierung von Anwendungsfällen sowie optional des Applikationsbetriebs wurde jetzt als Dienstleister Softcom aus Granges-Paccot (FR) betraut. Eingegangen waren 2 Angebote. Für 3,4 Millionen Franken als Grundpreis und Option erhielt Softcom den Zuschlag.
Mit den Projektarbeiten in Basel-Land soll laut Ausschreibungsunterlagen im 3. Quartal 2022 begonnen werden. Die Abnahme des Gesamtsystems und Übergabe an die Betriebsorganisation soll bis 1. Januar 2024 erfolgen. Die Integration von weiteren behördlichen Leistungen nach der Betriebsaufnahme erfolge im Rahmen von Anschlussprojekten der Direktionen der kantonalen Verwaltung.
Softcom ist neben Artionet, Ti&m und J-enov einer der 4 zertifizierten Integratoren des Vereins iGovPortal. Die Firma war bereits in St. Gallen und Solothurn für die Implementierung beziehungsweise die Erweiterung des Portals verantwortlich. Auch in Luzern soll sie an der geplanten Einbindung von iGovPortal mitarbeiten.

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