Auf den Strassen der Ostschweiz rollen ab Dezember bis zu 25 selbstfahrende Postautos. Laut einer Mitteilung der Post kooperiert sie für das Projekt "Amigo" mit den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, St. Gallen und Thurgau, dem Bundesamt für Verkehr, dem Bundesamt für Strassen sowie dem Touring Club Schweiz.
Die Partner wollen mit den autonomen Fahrzeugen das heutige Angebot dort ergänzen, wo Gebiete mit dem klassischen Linienverkehr nicht optimal erschlossen sind. Beispielhaft werden ländliche Regionen oder Randzeiten genannt. Dort sollen die Postautos auf Abruf verfügbar sein: Die Kundinnen und Kunden buchen die Fahrt per App. Touren auf ähnlichen Strecken zur gleichen Zeit kombiniere das System automatisch, so die Post. Dafür biete jedes Fahrzeug vier Sitzplätze und Stauraum für Gepäck.
Als Technologiepartner sei der chinesische Hersteller Apollo Go an dem Projekt beteiligt, erklärt die Post. Das Tochterunternehmen des Technologiekonzerns Baidu hatte jüngst angekündigt, sich von der
Schweiz aus in Europa etablieren zu wollen. "Weltweit betreiben wir bereits heute erfolgreich mehr als tausend automatisierte Fahrzeuge. Diese Erfahrung bringen wir in unser erstes Projekt in Europa ein und wir hoffen, dass wir unsere Partnerschaft mit Postauto künftig weiter stärken und ausbauen können", sagt Liang Zhang, Geschäftsführer EMEA bei Baidu Apollo Go, in der Mitteilung.
Testfahrten ab Dezember
Die ersten Postautos sollen ab Dezember für Kartografierungsfahrten in der Ostschweiz unterwegs sein. Sie verkehren vorläufig ohne Kundschaft, aber mit Sicherheitsfahrerinnen und Sicherheitsfahrern, so die Post. Ab dem ersten Halbjahr 2026 seien Testfahrten mit ausgewählten Nutzern geplant, weiterhin mit Sicherheitspersonal. Dieses soll im Laufe des Jahres dann nicht mehr an Bord sein, wenn es die Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen erlauben.
Den regulären Betrieb planen die Partner für das erste Quartal 2027. Dann sollen bis zu 25 autonome Fahrzeuge auf den Strassen der Ostschweiz unterwegs sein, was das grösste Angebot im europäischen Raum wäre, so die Post.