Bevölkerung skeptisch wegen Digitalisierung

26. Mai 2026 um 09:25
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Foto: Creative Christians / Unsplash

Erstmals seit 2020 kippt die positive Grundstimmung der Schweizer Bevölkerung gegenüber der Digitalisierung. Jeder Vierte fühlt sich vom Tempo der Digitalisierung überfordert.

Die Schweizer Bevölkerung sieht Chancen in der Digitalisierung und der KI. Sie fordert aber mehr Kontrolle und digitale Souveränität. Während das Vertrauen in Schweizer Lösungen hoch bleibt, wächst die gesellschaftliche Skepsis gegenüber den Folgen der Digitalisierung.
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung (58%) bewertet demnach die digitale Infrastruktur als zentrale Stärke der Schweiz, wie es in einer Mitteilung zum Digitalbarometer hiess. Auch die wissenschaftliche Forschung (49%) sowie die Innovationskraft der Wirtschaft (45%) werden weiterhin eher positiv wahrgenommen.
Auffällig sei die verbesserte Wahrnehmung von Politik und Verwaltung: Während die digitale Verwaltung im Vorjahr noch häufiger als Schwäche bewertet wurde, wird sie laut Digitalbarometer in diesem Jahr mit 41% der Nennungen positiver wahrgenommen.

Negativer Einfluss der Digitalisierung

Trotz dieser positiven Signale zeichne sich aber ein Stimmungswandel ab. Die seit 2020 überwiegend positive Wahrnehmung des Einflusses der Digitalisierung auf die Gesellschaft drehe sich nun erstmals: 41% der Befragten bewerten diesen Einfluss heute eher oder sehr negativ, während ihn nur noch 34% eher oder sehr positiv einschätzen.
Auch das persönliche Überforderungsgefühl wächst laut Digitalbarometer: Rund ein Viertel der Bevölkerung hat das Gefühl, mit dem Tempo der Digitalisierung grundsätzlich nicht mehr Schritt halten zu können.

KI verändert die Arbeitswelt

Dabei erwartet fast jede zweite Person, dass die Chancen von KI in den nächsten fünf Jahren ihre Risiken überwiegen werden. Dort, wo KI bereits konkret eingesetzt wird, etwa in der Industrie und in der Produktion, werden die Potenziale laut Digitalbarometer deutlich positiver bewertet.
Gleichzeitig bleibt die Bevölkerung insgesamt ambivalent. Nur 27% glauben, dass KI neue berufliche Chancen schaffen wird, und 47% erwarten deutliche Veränderungen in der Arbeitswelt, ohne zu wissen, wohin die Entwicklung führt.
Besonders kritisch wird der Einsatz von KI in Bereichen bewertet, die direkt mit Menschen und sensiblen gesellschaftlichen Fragen verbunden sind, etwa im Bildungs- oder Gesundheitsbereich. Dies geht aus dem Digitalbarometer hervor, basierend auf einer Umfrage unter 1278 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Studie wurde von der Stiftung Risiko-Dialog umgesetzt, von der Mobiliar unterstützt und in Partnerschaft mit dem Verband Digitalswitzerland durchgeführt.

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