Blockchain sei dank: Die Schweizer Fintech-Branche wächst wieder

10. März 2023 um 10:48
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Foto: Denise Chan / Unsplash

Das Geldsammeln ist für Fintechs 2022 deutlich schwieriger geworden, dennoch hat sich die Branche nach dem schlechten Vorjahr gefangen.

Nachdem die Fintech-Schweiz 2021 ein Jammertal durchschreiten musste, fand sie letztes Jahr auf den Wachstumspfad zurück: Mit 437 Fintech-Firmen vergrösserte sich der Bereich 2022 um knapp 14%. Ganze 53 zusätzliche Unternehmen sind in der "IFZ Fintechstudie" zu finden, die die Hochschule Luzern (HSLU) jährlich publiziert.
Allerdings wurde ein Grossteil der neuen Fintechs vor 2022 gegründet und nun in die Studie aufgenommen, weil einige Startups nicht öffentlich aktiv waren oder weil sie erst nachträglich in den Fintech-Bereich vorgestossen sind.
Bloss 14 Neugründungen von 2022 wurden aufgenommen. 11 davon wurden von der HSLU in die Kategorie "Distributed Ledger Technologie" einsortiert. Das Stichwort Blockchain übertrumpfte also im letzten Jahr in Sachen Neugründungen bei Weitem Künstliche Intelligenz, Automatisierung und Big Data.

Open Banking: halbe Kraft voraus

Die Studienautoren haben Schweizer Fintechs nach den grossen Herausforderungen befragt. Grosse Mühe bekundeten diese mit der Kundensuche und mit der Rekrutierung von Fachkräften und erfahrenen Managern. Die Finanzierung rangiert noch immer relativ weit hinten, hat sich aber im letzten Jahr am meisten erschwert, was angesichts der politischen und ökonomischen Entwicklung nicht überrascht.
Da Schweizer Banken ihre Digitalisierung beschleunigen, gewinnen sie an Innovationskraft. Die HSLU hat für diese Einsicht Bankleute gesondert befragt. In Innovationsfragen können Fintechs eine Rolle spielen. Schlechte News sind hingegen, dass Open Banking hierzulande langsam wächst. Zwar gibt es Initiativen, aber noch immer keine allgemeine Infrastruktur. Deshalb sei es für Open-Finance-Anbieter wichtig, sich bestehenden Infrastrukturen zuzuwenden, folgern die Studienautoren.
Die wichtigsten Partner der Schweizer Fintech-Branche sind Microsoft, SIX, Avaloq, Postfinance, Swisscom und Synpulse, wie die HSLU-Umfrage zeigte. Die Firmen finden in der Schweiz nach wie vor ein gutes zu Hause: Hinter Singapur rangieren Zürich und Genf auf Platz 2 und 3 der attraktivsten Städte für Fintechs. Vor allem der politische und legale Rahmen überzeugt gegenüber weiter hinten platzierten Standorten.
Die IFZ Fintech-Studie kann von der Website des HSLU heruntergeladen werden.

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