Bund legt mit der Public Cloud los

1. März 2022 um 12:29
image
Andreas Fischinger / Unsplash

Die Bundeskanzlei hat mit der Ausarbeitung der Verträge mit AWS, IBM, Microsoft, Oracle und Alibaba begonnen.

Vor rund 8 Monaten hat eine Inside-IT-Recherche aufgedeckt, dass fünf ausländische Unternehmen die Public-Cloud-Ausschreibung des Bundes gewonnen hatten: Alibaba, AWS, IBM, Microsoft und Oracle.
Obwohl die Ausschreibung anfechtbar gewesen wäre, hatte damals niemand dagegen geklagt. Weil Google seine spätere Klage gegen den Zuschlag kurz nach deren Einreichung zurückzog, ist die Vergabe an 4 US- und 1 chinesisches Unternehmen rechtskräftig.

110 Millionen Franken für Cloud-Dienste

Wie die Bundeskanzlei heute mitteilt, arbeitet man aktuell die Verträge mit den fünf Public-Cloud-Anbietern aus. Nach deren Abschluss können Projekte mit diesen Diensten realisiert werden. "In der aktuellen Phase des Vorhabens wird erarbeitet, nach welchen Richtlinien und zu welchen Konditionen die Departemente künftig Dienste von Public-Cloud-Anbietern beziehen können." Dafür stehen laut Zuschlag insgesamt 110 Millionen Franken zur Verfügung.
Sobald die Tinte unter den Verträgen trocken ist, sollen Verwaltungseinheiten bei den fünf Public-Cloud-Anbietern Dienste beziehen können. Entscheiden tut aber jemand anderes: "Die Departe­mente und die Bundeskanzlei sind zuständig für den Entscheid, ob und welche Leistung sie beziehen", schreibt die Bundeskanzlei.

Termin für Abschluss nicht bekannt

Der Bund beabsichtige nicht, sensible Daten mit erhöhtem Schutzbedarf in Public Clouds zu verschieben. Konkret genannt werden in der Mitteilung Steuerdaten. Diese und andere Anwendungen und Daten mit erhöhtem Schutzbedarf sollen auch künftig auf Infrastrukturen in den Rechenzentren der Bundesverwaltung betrieben, respektive gespeichert werden. "Es gibt in der Bundesverwaltung aber auch viele Daten, die öffentlich zugänglich sind und sehr hohe Rechenkapazitäten benötigen. Dazu zählen beispielsweise Kartenmaterial von Swisstopo oder Wetterprognosen von Meteo Schweiz."
Da es sich um komplexe rechtliche, technische und organisatorische Arbeiten handle, könne kein Datum für den Abschluss genannt werden, so die Bundes­kanzlei.

Loading

Mehr erfahren

Mehr zum Thema

image

Hochwasser legte Server von 30 Gemeinden lahm

Bei den Überschwemmungen im Wallis wurde auch der IT-Dienst­leister T2i in Mitleidenschaft gezogen. Der Keller der Firma in Siders wurde überflutet.

publiziert am 3.7.2024 1
image

Datenschützer von Schwyz, Ob- und Nidwalden fordert mehr Personal

Der Pendenzenberg beim Innerschweizer Datenschützer wächst. Abhilfe sollen zusätzliche Stellen schaffen, die zuvor vom Kantonsrat noch abgelehnt wurden.

publiziert am 3.7.2024
image

Swiss Marketplace Group kauft Moneyland

Der Online-Vergleichsdienst gehört neu zur Swiss Marketplace Group. Alle Mitarbeitenden werden übernommen und die Marke soll erhalten bleiben.

publiziert am 2.7.2024
image

Aargau verlangt für Aufrüstung auf 5G nachträgliche Baugesuche

Die Forderung des Kantons geht auf ein Bundesgerichtsurteil zurück. Entsprechende Gesuche werden in den kommenden Wochen auch andernorts fällig.

publiziert am 2.7.2024