Bund übersetzt 1 Million Seiten im Monat elektronisch

10. Juli 2023 um 11:57
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Illustration: Midjourney

Seit 3 Jahren nutzt die Bundesverwaltung Deepl Pro für Über­setzungen, und das ziemlich intensiv. Weil der Vertrag nächstes Jahr ausläuft, sucht die Bundeskanzlei jetzt eine Nachfolgelösung.

Rund 40'000 Bundesangestellte nutzen regelmässig das Übersetzungs­pro­gramm Deepl Pro, welches die Verwaltung seit Januar 2020 im Einsatz hat. Davon 12'000 User täglich, knapp 15'000 wöchentlich und 6800 gelegentlich. Die ursprünglich beschafften 2000 Lizenzen von Deepl Pro kosteten den Bund 39'000 Franken im Jahr.
Maschinelle Übersetzung fast verdreifacht
Das Übersetzungsvolumen ist von anfangs durchschnittlich 374'000 Seiten pro Monat auf aktuell rund 1 Million Seiten pro Monat angestiegen. Es sei davon auszugehen, dass die Zahlen weiter zunehmen werden, heisst es im Pflichtenheft zu einer Ausschreibung, das inside-it.ch vorliegt.
Der Vertrag mit Deepl läuft noch bis 2024, weshalb der Bund eine Nach­folge­lösung braucht. Diese soll ohne Training beziehungsweise Daten der Behörden nutzbar sein. Die SaaS-Lösung muss "in einer sicheren Umgebung extern gehostet" werden. Zudem soll sie über ein Webinterface sowie über eine API in Bundesapplikationen nutzbar sein.
Gefordert sind ausserdem mindestens 12 Sprachkombinationen. Beherrschen muss der Übersetzungsdienst Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch und Russisch. Wie dem Pflichtenheft weiter zu entnehmen ist, will sich der Bund die Lösung bis in Jahr 2033 sichern.
Als möglicher Deepl-Konkurrent kommt zum Beispiel das junge Schweizer Startup Textshuttle infrage, da dieses in seiner Business-Lösung die entsprechenden Sprachen unterstützt.
Update 13. Juli 2023: In einer früheren Version des Artikels stand, Textshuttle käme nicht infrage. Das stimmt nicht, weil das Startup in der Business-Lösung die geforderten Sprachen unterstützt.

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