Deepl-Konkurrenz von Schweizer Startup

10. Mai 2023 um 11:39
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Simon Bucher, Simona Todesco, Lucas Seiler und Samuel Läubli von Textshuttle (v.l.n.r.). Foto: zVg

Textshuttle hat einen neuen Übersetzungsdienst lanciert. Die Software des UZH-Spinoffs soll auch Schweizerdeutsch und Rätoromanisch übersetzen können.

Das Schweizer Startup Textshuttle hat einen neuen KI-Über­setzungs­service präsentiert. Ab sofort können auch Privatpersonen Texte oder ganze Word- und Power-Point-Files übersetzen lassen. Die Dokumente können in der kostenlosen Version von und nach Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Räto­ro­ma­nisch oder Schweizerdeutsch übersetzt werden.
Nach eigenen Angaben bildet Textshuttle dabei die sprachlichen und kulturellen Eigenheiten der Schweiz ab. So sei die Sprache der Software auf die hier üblichen Schreib- und Redewendungen angepasst, heisst es in einer Mitteilung. Unter anderem wird bei der Ausgabe auf das deutsche Eszett verzichtet. Zudem soll der KI-Übersetzungsdienst der weltweit einzige sein, der von und nach Schweizerdeutsch und Rätoromanisch übersetzen kann.
Der Dienst wurde in der Schweiz entwickelt und wird auch hierzulande betrieben. Bis anhin war der Service nur für Business-Kunden zugänglich. Als solche nennt das Startup Grosskonzernen wie Swiss Life, OBI Group oder auch die Migros Bank. Mit der Lancierung des kostenlosen Angebots will das Spinoff der Universität Zürich jetzt in direkte Konkurrenz mit den KI-Übersetzungs­riesen Deepl oder Google Translate treten.

Mehr Zeichen und Varianten

Neben den sprachlichen Eigenheiten habe Textshuttle auch technische Vorteile. So können grössere Textmengen und mehr Dokumente übersetzt werden, als bei den kostenlosen Angeboten der Konkurrenz. Die Dokumente sollen dabei auch stets im angestammten Layout zurück kommen, schreibt das Unternehmen. Zudem sollen auch verschiedene Varianten des Textes generiert werden können.
"Komplexe KI-Modelle sind heute in der Lage, mehr als nur eine korrekte Übersetzung herzustellen. Mit Textshuttle können sich Nutzerinnen bei Bedarf ganz einfach Alternativen zu einzelnen Wörtern oder Segmenten vorschlagen lassen und die für sie passende Variante wählen", erklärt CEO Lucas Seiler.
Die Übersetzungen werden mittels neuronaler Netzwerke generiert. Das KI-System lernt auf Basis von vorhandenen Sprachressourcen und indem ihm wiederholt bereits bestehende Übersetzungen gezeigt werden. Dabei soll auch die breite Anwendung zu einer fortlaufenden Evaluation und Verbesserung der Übersetzungsergebnisse führen. Davon soll dann auch die bestehende Geschäftskundschaft profitieren.
Das Startup aus Zürich beschäftigt derzeit 23 Mitarbeitende in den Bereichen maschinelles Lernen und Übersetzungstechnologie.

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