Der Bundesrat hat die zweite Kredittranche und damit weitere 52,9 Millionen Franken für ein nationales sicheres Datenverbundsystem (SDVS) freigegeben. Das Geld fliesst grösstenteils in Bauarbeiten, um die beteiligten Organisationen an das Netzwerk anzuschliessen, schreibt der Bundesrat in einer Mitteilung.
Das neue krisensichere Kommunikationssystem soll insbesondere im Falle einer Katastrophe oder einer Notlage den Datenaustausch zwischen den Partnern im Bevölkerungsschutz sicherstellen. Die freigegebenen Mittel sind Teil des vom Parlament im
September 2019 beschlossenen Verpflichtungskredits für die Entwicklung und Beschaffung des SDVS in Höhe von 150 Millionen Franken.
Projektteile werden vorgezogen
Der Aufbau des Sicheren Datenverbundsystems besteht aus insgesamt 4 Teilvorhaben. Ursprünglich war vorgesehen, dass diese parallel realisiert werden. Inzwischen wurde das Gesamtprojekt aber neu strukturiert und so ausgerichtet, dass die fortgeschrittenen Projektteile prioritär umgesetzt werden. Mit diesem Vorgehen sollen weitere Projektverzögerungen vermieden werden, schreibt die Regierung.
Im Rahmen eines Teilvorhabens werden 48 Millionen Franken aufgewendet, um die Führungsstandorte von Bund, Kantonen und kritischen Infrastrukturbetreibern an das sichere Datennetz der Armee anzuschliessen. Dieses soll das Rückgrat für das zukünftige SDVS sicherstellen. Dazu seien diverse Bauprojekte nötig, um den hohen Anforderungen an die Ausfallsicherheit der Anschlüsse gerecht zu werden. Unter anderem sollen die Stromsicherheit und der Schutz vor Naturgefahren sichergestellt werden.
Zusätzliche 4,9 Millionen Franken werden für die Ablösung des veralteten Meldesystems "Vulpus" aufgewendet. Dieses Teilvorhaben wird in Zusammenarbeit mit der Polizeiinformatik Schweiz durchgeführt. Die Umsetzung soll ab Anfang 2023 erfolgen. Gemäss dem Bundesrat verursacht die Neustrukturierung gegenüber der ursprünglichen Planung keine zusätzlichen Kosten. Das Gesamtprojekt soll im vorgesehenen finanziellen Rahmen umgesetzt werden können. Bleibt zu hoffen, dass der Bundesrat damit Recht behält.
Update 21.12. 20 Uhr: Das Projekt wurde in einer früheren Version dieses Artikels mit Polycom verwechselt. Die entsprechenden Korrekturen wurden vorgenommen. Für dieses Versehen entschuldigen wir uns.