Business-By-Design-Aus reisst Lücke ins SAP-Portfolio

9. Dezember 2025 um 08:45
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Fachvorstand Schweiz Markus Bierl. Foto: DSAG

Durch den Verkaufsstopp von Business By Design könnte eine Lücke im Portfolio des ERP-Herstellers entstehen, meint der Schweizer DSAG-Fachvorstand Markus Bierl.

Der angekündigte Verkaufsstopp der KMU-Software SAP Business By Design könnte für den Mittelstand zum Problem werden. Diese Meinung äussert der Schweizer Fachvorstand der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG), Markus Bierl, als Reaktion auf die Ankündigung von SAP von Anfang Monat.
Der deutsche ERP-Anbieter hatte mitgeteilt, Business By Design per 20. April 2026 von der Preisliste zu streichen. Bestehende Verträge sollen jedoch bestehen bleiben, Sicherheits-Updates und Patches für gesetzliche Änderungen weiterhin ausgeliefert werden, hiess es. "Damit besteht für Bestandskunden zunächst kein Wechseldruck", kommentiert Bierl.
Auch auf Nutzer, deren Vertrag in den kommenden Jahren ausläuft, habe der Verkaufsstopp Stand heute keine Auswirkungen. Sie könnten ihren Vertrag verlängern, denn SAP wolle die Lösung bis mindestens 2032 weiterbetreiben, weiss der Fachvorstand. Ein Wartungsende sei vorerst nicht geplant. "Realistischerweise sollten sie sich aber bereits jetzt Gedanken machen, wie es mittelfristig für sie weitergeht. Denn Innovationen sind SAP-seitig nicht mehr zu erwarten", sagt Bierl.

Kein S/4Hana für den Mittelstand

Das Ansinnen des deutschen Softwarehauses, die KMU-Kunden für SAP-Lösungen wie Business Suite und S/4Hana gewinnen zu wollen, hält der Experte für eher unrealistisch. "Nutzer kaufen ein Produkt, das recht einfach zu lizenzieren und installieren ist und in dem viele Funktionen enthalten sind. Sie müssen sich nicht mit aufwändigen Integrationen beschäftigen und die Kosten sind überschaubar. Das sind wichtige Argumente für Business By Design. Denn Mittelständler haben oftmals weder die finanziellen noch die personellen Ressourcen für grosse SAP-Einführungen", so Bierl.
Durch das Aus von Business By Design entstehe für Mittelständler früher oder später eine echte Lücke, meint der Experte. Diese Lücke könnte grösser sein als angenommen von SAP, zählen doch mehr als 99 Prozent aller Betriebe in der Schweiz in die Sparte KMU. "Damit sie im Wettbewerb bestehen können, brauchen sie kostenattraktive und praktikable IT-Systeme", so Bierl. "Möchte SAP nicht riskieren, dass Wechselwillige und potenzielle Neukunden auf Konkurrenzlösungen setzen, ist der Konzern nun gefragt, eine echte Alternative zu Business By Design anzubieten."

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