Im April hatten die italienischen Datenschützer
ChatGPT vorerst gesperrt. Die Behörde warf dem Unternehmen vor, seinen Nutzern nicht mitzuteilen, welche Informationen von ihnen gespeichert werden und zudem keine rechtliche Grundlage für die Sammlung und Speicherung der Daten zu haben. Darüber hinaus gebe es keine adäquaten Filter oder Sperren für Kinder unter 13 Jahren, die laut Geschäftsbedingungen ChatGPT nicht nutzen dürften.
Nach Anpassungen ist das KI-Tool in Italien nun wieder verfügbar. OpenAI hat mehrere Änderungen vorgenommen, um die Einhaltung der europäischen Datenschutzbestimmungen zu gewährleisten. Laut 'Reuters' hat das Unternehmen eine Altersprüfung eingeführt, einen Hinweis über die Verwendung von Daten für das KI-Training publiziert sowie ein Formular aufgeschaltet, über das Nutzer aus der EU der Verwendung ihrer Daten widersprechen können.
Im April erklärte die italienische Datenschutzbehörde auch, dass sie eine Untersuchung gestartet habe. Diese werde fortgeführt, wie es nun heisst.
Italien ist mit seinen Datenschutzbedenken nicht alleine. Auch der europäische Datenschutzausschuss (EDPB) prüft die Technologie. Ziel soll nicht sein, dass einzelne EU-Mitgliedsstaaten unterschiedliche Regeln aufstellen, sondern dass transparente und allgemeingültige Richtlinien geschaffen werden. Daneben arbeitet die EU an einer Regulierung von KI und will unter anderem Anbieter verpflichten, urheberrechtlich geschütztes Material offenzulegen, das zum Training ihrer KI-Systeme verwendet wurde.
Samsung verbietet Nutzung von generativen KI-Tools
Gleichzeitig müssen sich auch Unternehmen mit der Frage befassen, wie und ob ihre Mitarbeitenden KI-Tools wie ChatGPT verwenden sollen. Das Problem ist, dass OpenAI Zugriff auf die Chatprotokolle hat, denn damit wird der Chatbot trainiert und verbessert. Auf diesem Wege sind offenbar
vertrauliche Informationen von Samsung "geleakt" worden: Gemäss Berichten hat ein Samsung-Mitarbeiter den gesamten Quellcode eines Programms kopiert, ihn in ChatGPT eingegeben und sich nach einer Lösung erkundigt. Ein anderer lud Code hoch, um defekte Geräte zu identifizieren, ein weiterer wollte von der KI ein Protokoll einer Besprechung erstellen lassen.
Nun hat Samsung Richtlinien für den Umgang mit ChatGPT erlassen. Gemäss
'Bloomberg' (Paywall) verbieten diese die Nutzung von generativen KI-Systemen auf unternehmenseigenen Computern, Tablets und Smartphones sowie in seinen internen Netzwerken. Mitarbeitende, die die Tools auf ihren privaten Geräten verwenden, wurden demnach aufgefordert, keine unternehmensbezogenen Informationen oder persönlichen Daten zu übermitteln, die Samsungs geistiges Eigentum betreffen könnten.