ChatGPT ist in Italien wieder verfügbar

2. Mai 2023 um 14:55
image
Foto: David Watkis / Unsplash

Nach Anpassungen kann OpenAI seinen Service in Italien wieder anbieten. Die Datenschutzbehörde setzt ihre Untersuchung aber fort.

Im April hatten die italienischen Datenschützer ChatGPT vorerst gesperrt. Die Behörde warf dem Unternehmen vor, seinen Nutzern nicht mitzuteilen, welche Informationen von ihnen gespeichert werden und zudem keine rechtliche Grundlage für die Sammlung und Speicherung der Daten zu haben. Darüber hinaus gebe es keine adäquaten Filter oder Sperren für Kinder unter 13 Jahren, die laut Geschäftsbedingungen ChatGPT nicht nutzen dürften.
Nach Anpassungen ist das KI-Tool in Italien nun wieder verfügbar. OpenAI hat mehrere Änderungen vorgenommen, um die Einhaltung der europäischen Datenschutzbestimmungen zu gewährleisten. Laut 'Reuters' hat das Unternehmen eine Altersprüfung eingeführt, einen Hinweis über die Verwendung von Daten für das KI-Training publiziert sowie ein Formular aufgeschaltet, über das Nutzer aus der EU der Verwendung ihrer Daten widersprechen können.
Im April erklärte die italienische Datenschutzbehörde auch, dass sie eine Untersuchung gestartet habe. Diese werde fortgeführt, wie es nun heisst.
Italien ist mit seinen Datenschutzbedenken nicht alleine. Auch der europäische Datenschutzausschuss (EDPB) prüft die Technologie. Ziel soll nicht sein, dass einzelne EU-Mitgliedsstaaten unterschiedliche Regeln aufstellen, sondern dass transparente und allgemeingültige Richtlinien geschaffen werden. Daneben arbeitet die EU an einer Regulierung von KI und will unter anderem Anbieter verpflichten, urheberrechtlich geschütztes Material offenzulegen, das zum Training ihrer KI-Systeme verwendet wurde.

Samsung verbietet Nutzung von generativen KI-Tools

Gleichzeitig müssen sich auch Unternehmen mit der Frage befassen, wie und ob ihre Mitarbeitenden KI-Tools wie ChatGPT verwenden sollen. Das Problem ist, dass OpenAI Zugriff auf die Chatprotokolle hat, denn damit wird der Chatbot trainiert und verbessert. Auf diesem Wege sind offenbar vertrauliche Informationen von Samsung "geleakt" worden: Gemäss Berichten hat ein Samsung-Mitarbeiter den gesamten Quellcode eines Programms kopiert, ihn in ChatGPT eingegeben und sich nach einer Lösung erkundigt. Ein anderer lud Code hoch, um defekte Geräte zu identifizieren, ein weiterer wollte von der KI ein Protokoll einer Besprechung erstellen lassen.
Nun hat Samsung Richtlinien für den Umgang mit ChatGPT erlassen. Gemäss 'Bloomberg' (Paywall) verbieten diese die Nutzung von generativen KI-Systemen auf unternehmenseigenen Computern, Tablets und Smartphones sowie in seinen internen Netzwerken. Mitarbeitende, die die Tools auf ihren privaten Geräten verwenden, wurden demnach aufgefordert, keine unternehmensbezogenen Informationen oder persönlichen Daten zu übermitteln, die Samsungs geistiges Eigentum betreffen könnten.

Loading

Kommentare

Anmeldung wird geprüft …

Mehr zum Thema

image

Zeitersparnis durch KI in der Softwareentwicklung sinkt

Die Softwareentwicklung wandelt sich durch den Einsatz von KI. Programmiererinnen und Programmierer werden allerdings nicht automatisch schneller, so eine Studie.

publiziert am 21.10.2026
image

Grossausfall bei Google Cloud

Eine Störung der Zone "Europe-West2" in Grossbritannien hatte Auswirkungen in Europa. Betroffen waren in der Schweiz vor allem Bankkunden.

publiziert am 20.10.2026
image

Cern und Mistral entwickeln Physik-KI

Zusammen mit Mistral will das Forschungszentrum ein KI-Modell für die Teilchenphysik bauen. Trainiert werden soll es mit Milliarden simulierter Kollisionen.

publiziert am 19.10.2026
image

Europas Mobilfunk soll künftig auch aus dem All kommen

Vier grosse europäische Telekomkonzerne wollen Frequenzen für mobile Satellitendienste erwerben, um Gebiete ohne Handyempfang zu versorgen.

publiziert am 19.10.2026