ChatGPT will seine User besser kennenlernen

21. Juli 2023 um 11:14
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Illustration: Erstellt durch inside-it.ch mit Midjourney

Über eine neue Funktion kann dem Chatbot beigebracht werden, was dieser über einen wissen muss. Das ist gleichermassen nützlich wie problematisch.

Die neuste Funktion von ChatGPT heisst auf Englisch "Custom Instructions". Darüber können Nutzerinnen und Nutzer dem Chatbot mitteilen, was dieser über sie wissen muss und wie er auf Fragen antworten soll.
Die Funktion ist aktuell noch in der Beta-Phase und für alle ChatGPT-Plus-Abonnenten weltweit verfügbar – mit Ausnahme der EU und gemäss einem kurzen Test auch der Schweiz. Dass Europäerinnen und Europäer die Funktion noch nicht nutzen können, ist kein Zufall, sondern mit den strengen Datenschutzgesetzen begründet sein. Auch Threads, das neue soziale Netzwerk von Meta, kann auf dem alten Kontinent nicht genutzt werden.
OpenAI, die Entwicklerfirma hinter ChatGPT, erläutert die Vorteile der "Custom Instructions" in bester PR-Manier: Würde ChatGPT derzeit geöffnet, wisse der Chatbot nicht viel über seine User. Bei jedem neuen Thread sei alles Vergangene vergessen und die Konversation beginnt bei null. Da sei es doch praktisch, wisse der Chatbot schon im Voraus, ob seine User zum Beispiel Köche oder Lehrerinnen seien. So könne dieser immer passende Antworten geben, ohne dass die Situation immer von neuem beschrieben werden müsse, zitiert 'The Verge' eine OpenAI-Entwicklerin.
Tatsächlich ist es auf den ersten Blick praktisch, wenn man bei der Nutzung von ChatGPT nicht bei jeder Frage wieder bei Adam und Eva anfangen muss. Dennoch ist die Funktion "Custom Instructions" in puncto Datenschutz problematisch, sonst hätte OpenAI nicht aus eigenem Antrieb in Europa darauf verzichtet. User sollten sich gut überlegen, was sie dem Chatbot von sich erzählen. Denn es liegt auf der Hand, dass im Hintergrund Persönlichkeitsprofile erstellt werden, welche mit den Anfragen verknüpft werden.

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