Der Zürcher Softwareanbieter Cistec zieht seine Beschwerde gegen die Vergabe des neuen Klinikinformationssystems (KIS) am Universitätsspital Zürich (USZ) zurück. Das USZ hatte sich im vergangenen August für die Lösung des US-Anbieters Epic entschieden – mit einem Investitionsvolumen von
rund 95 Millionen Franken.Cistec
hatte den Entscheid beim Verwaltungsgericht des Kantons Zürich angefochten, um mehr Transparenz im Vergabeverfahren zu erhalten. Die im Verfahren offengelegten Unterlagen seien jedoch "stark geschwärzt" gewesen und hätten nur eine eingeschränkte Einsicht ermöglicht, teilt das Unternehmen mit. Es fehlten zentrale Informationen und Nachweise, um das Verfahren und die Bewertung im Detail nachvollziehen zu können.
Aus Sicht von Cistec nutzte das USZ seinen Ermessensspielraum bei der Ausschreibung und Bewertung "maximal zugunsten des amerikanischen Anbieters". So seien weniger als 40% der zu erwartenden Projektkosten in die Bewertung eingeflossen. Weitere Kriterien wie Usability, Datenschutz oder spezifische Anforderungen des Schweizer Gesundheitswesens seien unzureichend berücksichtigt worden.
"Wir sind enttäuscht"
Vor diesem Hintergrund sieht das Unternehmen keine ausreichende Grundlage, um das Verfahren weiterzuführen, und hat die Beschwerde zurückgezogen.
"Wir sind enttäuscht über den Entscheid, akzeptieren diesen jedoch mit dem Rückzug der Beschwerde", sagt CEO Stefan Müller. Gleichzeitig zeigt sich Cistec zuversichtlich: Das eigene Produkt entwickle sich dynamisch weiter, die Pipeline sei gut gefüllt.
Mit neuen Kunden wie dem Hôpital fribourgeois / Freiburger Spital (HFR) und dem Freiburger Netzwerk für psychische Gesundheit (FNPG) wolle man auch in der Westschweiz weiter Fuss fassen. HFR und FNPG
erteilten im vergangenen November einen KIS-Zuschlag über 11,5 Millionen Franken an Cistec.