Am 14. August bestätigte Colt Technology Services einen Cyberangriff. Dieser sei Anfang der vergangenen Woche festgestellt worden. Der Telekom- und Netzwerkanbieter mit Hauptsitz in London ist weltweit in über 30 Ländern aktiv und betreibt dort auch Glasfasernetze und Rechenzentren. In der Schweiz hat das Unternehmen Niederlassungen in Bern, Genf und Zürich.
Als Schutzmassnahme wurden bestimmte Systeme offline genommen. Gemäss
Status-Seite können Kunden aktuell immer noch nicht auf einige Support-Services wie Colt Online und die Voice-API-Plattform zugreifen. Man arbeite mit Hochdruck an der Wiederherstellung der Systeme.
Das Unternehmen teilte mit, dass der Angriff auf eines seiner internen Systeme abzielte, das von den Systemen zur Kundenbetreuung getrennt ist. Zurzeit gebe es keine Beweise dafür, dass auf Daten von Kunden oder Mitarbeitenden zugegriffen wurde. Die zuständigen Behörden seien über den Vorfall informiert worden.
Inzwischen hat sich die Ransomware-Bande Warlock zu dem Angriff bekannt. Laut Eintrag im Darkweb könnten doch Daten entwendet worden sein. Man sei im Besitz von einer Million Dokumente, heisst es dort. Das Ultimatum bis zu einer Veröffentlichung läuft noch. Gleichzeitig tauchte auch ein Post von einem angeblichen Warlock-Mitglied in einem Hackerforum auf, in dem Daten von Colt zum Kauf angeboten werden. Der Datensatz enthalte "Finanz-, Mitarbeiter-, Kunden- und Managementdaten, interne E-Mails sowie Informationen zur Softwareentwicklung", schreibt der Hacker.
Colt hat bis jetzt nicht bestätigt, dass es sich bei dem Vorfall um Ransomware handelt. Der Securityforscher Kevin Beaumont vermutet in einem
Beitrag auf Mastodon, dass Colt erfolgreich über die Schwachstelle CVE-2025-53770 in der Serverlösung Microsoft Sharepoint angegriffen wurde. Auf die "Toolshell" getaufte Lücke erfolgten seit Juli mehrere Angriffswellen,
hunderte Organisationen wurden kompromittiert. In einem Artikel hat inside-it.ch nachgezeichnet,
wie es zu den Attacken auf Sharepoint kam.