Die Eidgenössische Kommunikationskommission (Comcom) rechnet nicht mit einem Neueinsteiger in den Schweizer Mobilfunkmarkt. Denn die Hürden seien enorm hoch. Alleine der Aufbau eines eigenen Mobilfunknetzes würde grob geschätzt mindestens eine halbe Milliarde Franken kosten, sagte Comcom-Präsident Martin Bürki am Rande einer Medienkonferenz im Gespräch mit der Nachrichtenagentur 'AWP'. Dazu käme noch der Aufbau einer eigenen Betriebs- und Verkaufsorganisation in der Schweiz.
Es sei sehr aufwendig, eine eigene Infrastruktur aufzubauen, um die Mindestanforderung einer Abdeckung von 50% der Bevölkerung zu erfüllen. Denn in den Städten sei es sehr schwierig, neue Antennenstandorte zu finden.
Zudem gebe es an jedem Antennenstandort noch die Beschränkungen durch die Grenzwerte der Strahlenschutzregulierung (NISV). "Die Limitationen für einen Neueinsteiger sind enorm", sagte Bürki. Und wer keine gute Abdeckung biete, verkaufe wahrscheinlich auch nicht viele Mobilfunkabos.
Deshalb sei es sehr unwahrscheinlich, dass bei der
anstehenden Mobilfunkauktion ein vierter Bieter auftauche, sagte Bürki. Er rechne mit den bisherigen Mobilfunkanbietern Swisscom, Salt und Sunrise.
Kritik an Preisen und der Auktion
Die Telekomkonzerne reagieren unterschiedlich auf die Regeln zur kommenden Auktion der Mobilfunkfrequenzen: Sunrise kritisiert den Mindestpreis als zu hoch. Die Swisscom hätte eine Verlängerung bevorzugt. Und von Salt war noch kein Kommentar erhältlich: Die Analyse laufe noch, hiess es.
Sunrise fand indes klare Worte: "Wir halten die Gesamtsumme der Mindestgebote mit rund 854 Millionen Franken weiterhin für viel zu hoch", sagte ein Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur 'AWP'. Die Mindestpreise lägen deutlich über vergleichbaren Werten in Europa und auch deutlich über den Zahlen der letzten Schweizer Auktion von 2019.
"Das Geld geht in die Bundeskasse, wird aber den Anbietern als Investitionsmittel für den Ausbau der Netze und Innovationen entzogen", sagte der Sprecher. Das fehlende Geld werde den Wettbewerb zum Nachteil von Wirtschaft und Gesellschaft eher schwächen als verstärken.
Ein Swisscom-Sprecher kommentierte die Eröffnung der Ausschreibung mit den Worten: "Wir hätten eine Verlängerung bevorzugt. Die Auktionsbedingungen erlauben es aber allen Teilnehmern, ihr heutiges Spektrum wieder zu erwerben."