Seit knapp zwei Jahren amtet Nicolas Veltzé als Schweiz-Chef von Commvault, zuvor hatte er bereits die Geschäftsführung in Österreich und Südosteuropa inne. Vor seinem Antritt gab es einiges an Unruhe im Unternehmen: Seine Vorgängerin war nur kurz im Amt, auch die Channel-Manager wechselten sich zwischenzeitlich rasch ab. Im Gespräch mit inside-it.ch versprach Veltzé
Anfang 2023 Kontinuität. Im Rahmen der "Shift"-Veranstaltung des Herstellers Mitte November in Zürich haben wir den Länderchef erneut getroffen. Im Interview blickt Veltzé auf seinen Start zurück uns spricht über seine Ziele sowie die Herausforderungen der Kunden.
Zum ersten Mal veranstaltete Commvault ein grösseres Event in der Schweiz. Sind Sie zufrieden?
Wir sind extrem zufrieden und glücklich, dass wir es geschafft haben, das Haus zu füllen. Ich sehe das aber auch im Kontext der Entwicklung, die Commvault derzeit hinlegt. Nicht nur die Performance auf dem Aktienmarkt – also die Verdreifachung unseres Kurses in den letzten zwei Jahren –, sondern auch die Relevanz, die wir gewinnen. Wir spüren das Interesse im Markt. Gleichzeitig ist es eine gute Gelegenheit, sich persönlich mit den Kunden und Partnern austauschen zu können.
Als Sie das letzte Mal mit inside-it.ch gesprochen haben, hatte Commvault unruhigere Zeiten hinter sich. Was waren Ihre Prioritäten, als Sie Ihre neue Stelle angetreten sind?
Commvault hatte in der Schweiz ein Konsistenz-Problem: Es gab viele Fluktuationen, Management- und Teamwechsel. Die erste Aktion war, das Team zu stabilisieren und die Beziehungen mit Kunden und Partnern auf ein neues Level zu heben. Wir haben jetzt ein top motiviertes Team in der Romandie und Deutschschweiz. Auch die Beziehungen, die wir mit den Partnern haben, sind jetzt wesentlich stärker und belastbarer. Wir erhalten jetzt auch sehr positives Feedback von den Kunden.
Wie setzt sich das Team in der Schweiz zusammen?
Wir sind zehn Leute in der Schweiz. Dazu gehören Sales und Pre-Sales sowie Channel und Marketing.
Zuletzt bezifferten Sie den Marktanteil von Commvault in der Schweiz auf 10%, mit dem Ziel, diesen in drei bis fünf Jahren zu verdoppeln. Erreichen Sie dieses Ziel?
Wir sind auf einem guten Weg – konkrete Zahlen kann ich keine nennen. Ein wichtiges Ziel war sicher die Stabilität, die wir erreicht haben. Jetzt hätte ich sehr gerne, dass wir auch den Erfolg einfahren, den sich das Team mit seiner Aufbauarbeit verdient hat.
Wie beurteilen Sie den Markt in der Schweiz, beispielsweise im Vergleich zu Österreich? Gibt es hierzulande besondere Herausforderungen?
Auf formeller Ebene gibt es wenig Unterschiede. Aber in der Schweiz ist der Anspruch sicher höher. Was wir auch sehen, ist, dass die Schweiz offenbar mehr Mut zur Cloud hat. Österreich und Deutschland sind vergleichsweise konservativer. Auch grosse Unternehmen in der Schweiz planen grosse Schritte in die Cloud oder haben sie schon gemacht.
Auf den ersten Blick überrascht mich das. Man hört häufig, dass die Schweiz auch eher konservativ ist.
Wir haben sehr viele Gespräche über Cloud-Themen. Und wir sehen, dass Firmen echte Pläne für Ihre Transformation haben. Multi-Hybrid-Cloud ist eine Realität. Ein Vorteil von unserer Lösung ist, dass sie nicht von einer Cloud-Plattform abhängig ist. Es ist egal, ob die Kunden nun AWS, Azure, Google oder Oracle nutzen.
Gibt es Segmente oder Branchen, die für Commvault besonders interessant sind?
Nein, grundsätzlich nicht. Es gibt uns schon 30 Jahre, was bedeutet, dass wir eine gewisse Legacy mitnehmen. Ein Grundsatz von uns ist: "Leave no Workload behind". Das bedeutet, wir schützen alles, das aus unserer Historie kommt. Gleichzeitig haben wir uns seit 2019 intensiv mit Cloud-Workloads auseinandergesetzt. Wir liefern Data Protection für die Cloud, in der Cloud, und können so den gesamten Hybrid-Stack abdecken.
Wie sieht der klassische Neukunde aus? Also nicht einer, der schon Legacy mitbringt?
Wir gewinnen grosse Kunden, die viele unterschiedliche Systeme im Einsatz haben und deren IT und Backup-Infrastruktur über die Jahre sehr komplex geworden ist. Mit diesen arbeiten wir gerne zusammen, um die Komplexität zu reduzieren.
Für Commvault ist der Channel wichtig. Mit welchen Partnern arbeiten Sie zusammen?
Richtig, wir arbeiten zu 100% über den Channel. Unsere Partner sind vor allem Unternehmen, die bereits Infrastruktur für seine Kunden verantwortet. Wir arbeiten sehr gut mit Integratoren zusammen, die Systeme für den Kunden übernehmen und betreiben. Hinzukommen klassische Reseller, die unsere Lösungen als Teil ihrer gesamten Strategie zum Thema Data Protection und Cyber Resiliency vertreiben.
Klar ist, Cybersicherheit und Resiliency interessieren die Unternehmen angesichts der vielen Angriffe sehr. Was erwarten Sie fürs neue Jahr? Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?
Für ihre Grösse ist die Schweiz ein wichtiger Markt, auch weil einige namhafte internationale Unternehmen hier den Hauptsitz haben. Wir haben grosse Ziele, was den Marktanteil betrifft und wollen Neukunden gewinnen. Ich hoffe auch, das Team ausbauen zu können.
Interessenbindung: Dieses Interview entstand im Rahmen einer Medienpartnerschaft.