Bei der ehemaligen AWK Group, heute Eraneos, hat sich seit 2019 einiges verändert. Der IT- und Unternehmensberater ist zu einer internationalen Gruppe angewachsen, allein in der Schweiz ist die Zahl der Mitarbeitenden von 250 auf 500 gestiegen. Auf der Arbeitgeber-Bewertungsplattform Kununu gibt es seit Ende 2022 vermehrt Kommentare, in denen die Veränderungen kritisiert werden. Die ehemals hervorragende Arbeitskultur sei kaum mehr wiederzuerkennen, die Mitarbeiterzentrierung futsch, lauten nur zwei Beispiele.
"Wir sind mitten in einer Transformation und einer Internationalisierung", sagt Adrian Wägli, Managing Partner von Eraneos Switzerland, auf unsere Anfrage. In diesem Kontext sei es normal, dass "die Story nicht alle Mitarbeitenden gleich motiviert", so der Länderverantwortliche. Es sei ein grosser Unterschied, ob man für eine Firma mit 100 oder eine mit 500 Mitarbeitenden arbeitet. Man biete den Leuten neue Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln "Aber leider gab es offenbar in diesem Kontext auch ein paar frustrierte Abgänge. Das bedauern wir."
100 neue Leute im 2023
Eine Quelle berichtet uns von einer höheren Fluktuation und auch auf Kununu ist von vermehrten Abgängen von "exzellenten Leuten" und "motivierten Mitarbeitenden" zu lesen. Allein für die Schweiz hat Eraneos derzeit gut 80 Stellen ausgeschrieben.
Man überwache die Fluktuation genau, so Wägli. Sie sei derzeit gleich hoch wie vor einem Jahr. "Wir sind besser als der Branchenschnitt", schiebt er nach. Darauf sei man stolz, ebenso wie auf die Firmenkultur. Für den Firmenevent im kommenden Jahr hätten sich 80% der Mitarbeitenden angemeldet. "Das ist für uns ein sehr schönes Zeichen", meint der Länderverantwortliche im Gespräch.
Eraneos suche permanent qualifizierte Mitarbeitende, in diesem Jahr habe man in der Schweiz 100 neue Leute eingestellt, "die sich entwickeln und wachsen wollen", wie Wägli ausführt. Solche Leute wolle man weiterhin anziehen.
COO: Gekommen, um zu gehen?
Aufgrund der
Fusionen mit Ginkgo und Quint sowie weiteren Übernahmen hat sich der Footprint von Eraneos deutlich erweitert. Im Zuge dieser Erweiterungen ist
2019 Robin Euler als COO zum Unternehmen gestossen. Zu seinen Zielen habe es gehört, eine skalierbare Organisation aufzubauen, sagt uns der Schweiz-Chef weiter. Mit dem Wachstum sei es nötig gewesen, das Organisationsmodell anzupassen und beispielsweise auch neue Supportstrukturen aufzubauen.
"Das hat Robin Euler geschafft, Mission completed'", so Wägli im Gespräch. Darum sei für ihn nun der richtige Zeitpunkt, eine neue Herausforderung zu suchen.
Einen direkten Nachfolger gebe es nicht, die Rolle des COOs werde nicht mehr besetzt. Nachfolger seien im Prinzip die Heads der verschiedenen Organisationen wie HR, Finance oder IT und Infrastructure.