Die IT-Supportplattform der Gymnasien und Berufsschulen des Kantons Waadt ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. Die Daten von rund 3500 Lehrkräften und 38'000 Schülerinnen und Schülern wurden gestohlen.
Die Nachnamen, Vornamen und E-Mail-Adressen der Schule sowie der Inhalt der Supportanfragen seien kopiert worden, schrieb der Kanton Waadt in einer Mitteilung. Passwörter seien nicht auf der angegriffenen Plattform gespeichert gewesen und es seien keine schulischen Daten wie Noten oder Schülerakten gestohlen worden.
Der unbefugte Zugriff wurde am vergangenen Montag entdeckt. Die Plattform wurde daraufhin sofort vom Internet getrennt und gesichert. Die Nutzenden wurden informiert. Das Bundesamt für Cybersicherheit und die Datenschutzbehörden sind laut Mitteilung informiert worden. Der Kanton Waadt werde Strafanzeige einreichen.
Der Kanton ruft Lernende und Lehrkräfte dazu auf, besonders wachsam gegenüber möglichen Phishing-Versuchen zu sein. Passwörter seien keinesfalls weiterzugeben. Erhalte man dringende oder ungewöhnliche Nachrichten, sei Vorsicht geboten. Jede verdächtige Nachricht sei zu melden.
Steckt ein Schüler hinter dem Angriff?
Am späten Samstagabend berichteten Medien, dass ein Schüler hinter dem Datendiebstahl in den Waadtländer Schulen stecken könnte. Die von 'Keystone-SDA' kontaktierte Waadtländer Polizei hat diese Information nicht bestätigt, versprach jedoch eine Stellungnahme in den kommenden Tagen.
Das betroffene Departement zeigte sich etwas gesprächiger. "Der Fall wurde zusammen mit den verschiedenen Hinweisen an die Polizei weitergeleitet", sagte Pedro Coelho, stellvertretender Generaldirektor für die nachobligatorische Bildung, gegenüber 'Keystone-SDA'. Die laufenden polizeilichen Ermittlungen umfassen eine Strafanzeige seitens der Generaldirektion. Zum jetzigen Zeitpunkt deute vieles darauf hin, dass es sich um eine interne Angelegenheit handle, so Coelho.