Das indigene Volk ist in den USA besonders hart von der Corona-Pandemie betroffen. Mit einem speziellen Flugzeug soll Hilfe kommen.
Das auf autonom verteilte Luftfracht spezialisierte Unternehmen Xwing hat bekannt gegeben, dass es eine Lieferung von Covid-19-Impfstoffen in den USA erfolgreich abgeschlossen habe. Die US-Flugbehörde FAA hatte der Operation im November die Bewilligung erteilt. Xwing verwendet einen menschengesteuerten Software-Stack, der sich nahtlos in bestehende Flugzeuge integriert, um regionale Flüge ohne Piloten zu ermöglichen.
Die Lieferung nach Holbrook in Arizona ist Teil einer grösseren landesweiten Logistikaktion, um den Impfstoff in das schwer betroffene und grösste Indianerreservat der USA zu bringen. Das Volk der Navajo hat über 300'000 Stammesangehörige.
Gestern Dienstag, 22. Dezember, vermeldete die Navajo Nation 151 neue Corona-Fälle und 7 Tote in den Bundesstaaten Arizona, Utah und New Mexico, in deren Grenzgebiet das Reservat liegt. Seit Beginn der Pandemie ist die Zahl der Todesfälle auf 755 angestiegen, die Zahl der Fälle auf 21'177. Das sind mehr Todesfälle pro Kopf als in jedem Bundesstaat der USA. Zurzeit befinden sich die Navajo in einem dreiwöchigen Lockdown.
Die Versorgung mit Impfstoffen ist aufgrund der schlechten Strassen im Reservat eine Herausforderung. Eine Maschine des in San Francisco ansässigen Startups brachte nun 975 Dosen des Impfstoffs von Pfizer nach Holbrook. Mit einem früheren Flug hatte Xwing bereits Schutzmaterial und gespendete Tablets für die Schulen an die Navajo geliefert.
Bleu Adams (2. v. l.) mit der Xwing-Crew.
"Viele indigene Gemeinschaften wurden jahrzehntelang übersehen, wenn es um Grundbedürfnisse wie Nahrung, Wasser, Gesundheit und Infrastruktur geht. Wir applaudieren Technologie-Innovatoren wie Xwing dafür, dass sie nach Wegen suchen, diese Ungleichheiten zu beseitigen und ihre Technologie zur Unterstützung anderer einzusetzen", erklärte die Navajo-Aktivistin Bleu Adams zur Aktion.