Darunter das Projekt "KI bei Baubewilligungen", bei dem der Kanton in Zusammenarbeit mit Gossweiler Ingenieure, Byte Studio und Nokema die Verfahren untersucht hat. Hierfür dienten reale Baubewilligungsdaten der Stadt Kloten für den Prototyp eines KI-gestützten Vorabchecks im Meldeverfahren von Solaranlagen, Wärmepumpen oder Ladestationen. Die KI helfe den Gesuchstellenden bei der Vollständigkeit der eingereichten Dokumente und zeige Fehler auf, ohne dabei direkte Änderungen vorzunehmen.
"Das Projekt zu den Baubewilligungen zeigt exemplarisch, wie verantwortungsvoll eingesetzte KI zu besseren Eingaben und mehr Effizienz beitragen kann – ohne die Entscheidungskompetenz und die Verantwortung der Behörden zu schwächen", lässt sich Carmen Walker Späh, Regierungspräsidentin und Volkswirtschaftsdirektorin, in einer Mitteilung des Kantons zitieren.
Vier weitere Projekte
Neben dem KI-gestützten Baubewilligungsverfahren hat der Kanton Zürich folgende Projekte unter realen Bedingungen getestet:
- Die Firma Mpassist zeigt, wie KI das Gesundheitspersonal bei administrativen Aufgaben entlasten kann. Dabei unterstützte KI die Ärztinnen und Ärzte beim Transkribieren und Strukturieren medizinischer Berichte. Die Effizienz soll damit erhöht werden, ohne dabei die strengen Datenschutzanforderungen aussen vorzulassen.
- Mit der Augenklinik des Stadtspitals Triemli und der Spross Stiftung zur Förderung der Augenheilkunde prüfte der Kanton, inwiefern KI die Auswertung von Netzhautbildern unterstützen kann. KI-Modelle sollen demnach auch bei hochsensiblen Gesundheitsdaten zur Diagnostik beitragen können, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Dies schaffe auch Einsatzmöglichkeiten in den Fachbereichen Radiologie sowie Dermatologie.
- Um Unterhaltsentscheide besser planen zu können, untersuchte der Kanton mit Irmos Technologies und der Schweizerischen Südostbahn, wie KI und Daten den Zustand am Beispiel einer Bahnbrücke in Wädenswil präziser beurteilen könnten. Laut Mitteilung zeigen die Resultate, dass Sensordaten klassische Vor-Ort-Inspektionen ergänzen.
- Zuletzt wurden Robotiksysteme für Inspektionen in kritischer Infrastruktur geprüft. Der Fokus lag dabei auf den regulatorischen Voraussetzungen. Das Projekt mit Anybotics zeigt laut Mitteilung, wie Organisationen durch Zertifizierungen und Standards den sicheren Einsatz und Zugang zum europäischen Markt für Schweizer Robotikfirmen erleichtern.
Startschuss zur dritten Phase
Laut Raphael von Thiessen, Programmleiter KI-Standort im Amt für Wirtschaft, zeigt die zweite Phase der Sandbox, dass KI bei konkreten, praxisnahen Aufgaben einen unterstützenden Mehrwert schafft. "Für den breiten Einsatz braucht es deshalb nicht nur leistungsfähige Modelle, sondern auch Testumgebungen, die die Technologie mit sauberen Daten, klaren Prozessen, menschlicher Kontrolle und verlässlichen rechtlichen Rahmenbedingungen zusammenbringen."
Für die dritte Phase der Innovation-Sandbox evaluiert Zürich bereits die Bewerbungen. Dieses Mal seien es rund 57 aus den Bereichen Gesundheit, Kernverwaltungen sowie Bau und Raum. Da darunter auch viele zum Thema KI-Governance-Lösungen eingingen, geht der Kanton davon aus, dass ein zunehmender Bedarf an Orientierung und Klärung besteht.