Cambridge Analytica: US-Staatsanwalt nimmt nun Zuckerberg ins Visier

21. Oktober 2021 um 09:48
  • international
  • facebook
  • justiz
  • cambridge analytica
image

Der Facebook-Gründer soll persönlich an Entscheidungen rund um den Datenskandal beteiligt gewesen sein. Der Techkonzern gerät mehr und mehr unter Druck.

In den Nachwehen des Datenschutz-Skandals um Cambridge Analytica gerät Facebook-Chef Mark Zuckerberg persönlich in den Fokus der US-Ermittler. Der Generalstaatsanwalt der Hauptstadt Washington, Karl Racine, fügte Zuckerberg zu seiner bereits 2018 eingereichten Klage gegen Facebook hinzu.
Die fortlaufenden Ermittlungen hätten gezeigt, dass der Gründer an Entscheidungen rund um Cambridge Analytica beteiligt gewesen sei, erklärte Racine. Facebook hatte 2018 behauptet, Mark Zuckerberg habe erst im März aus den Medien vom Datenmissbrauch durch Cambridge Analytica erfahren.
Der Washingtoner Generalstaatsanwalt wirft Facebook in seiner Klage unter anderem vor, Nutzer falsch über die Weitergabe ihrer Daten informiert zu haben. Ein Facebook-Sprecher wies die Vorwürfe zurück. Sie seien sowohl gegen das Unternehmen als auch gegen Zuckerberg unbegründet, sagte er dem 'Wall Street Journal'.
Im Fall Cambridge Analytica hatte eine Analysefirma Zugriff auf einige Daten von Millionen Facebook-Nutzern gekommen, ohne dass es diesen bewusst war. Die Firma hatte eine Umfrage veröffentlicht, an der einige Facebook-Nutzer teilnahmen. Doch dank der damaligen Privatsphäre-Einstellungen bekam sie auch Zugang zu einigen Informationen ihrer Facebook-Freunde. Als das bekannt wurde, geriet Facebook unter massive Kritik und gelobte Besserung beim Datenschutz.

Ehemalige Mitarbeiterin äussert schwere Vorwürfe

Jetzt steht das Unternehmen erneut schwer unter Druck. Zuletzt sorgten Aussagen einer früheren Mitarbeiterin für Aufsehen, die Facebook vorwirft, sich mehr für Profite als für das Wohlergehen seiner Nutzer zu interessieren. Die einstige Facebook-Managerin Frances Haugen, die nun als Whistleblowerin auftritt, trat vor wenigen Wochen auch im US-Senat auf.
Unterdessen wurde bekannt, dass Haugen in ihrer Auseinandersetzung mit Facebook von einem anderen Tech-Milliardär unterstützt wird, der inzwischen zu einem Kritiker der Branche geworden ist. Unter anderem wickele eine Organisation des Ebay-Gründers Pierre Omidyar die Öffentlichkeitsarbeit von Haugen in Europa ab, schrieb die Website 'Politico' am Mittwoch.

Loading

Mehr zum Thema

image

Meta will jede zehnte Stelle streichen

Beim Facebook-Konzern beginnen für die knapp 79'000 Angestellten Wochen der Ungewissheit. Denn circa 8000 Stellen sollen bis Ende Mai gestrichen werden.

publiziert am 24.4.2026
imageAbo

Kirchgemeinde Zürich holt Social-Media-Support

Mit der Agentur Blueglass Interactive will die reformierte Kirchgemeinde Zürich die Präsenz in den sozialen Medien ausbauen. Dafür nimmt die Gemeinde eine Million in die Hand.

publiziert am 15.4.2026
image

Bundesrat will Facebook, Google & Co. regulieren

Der Bundesrat will Betreiber von grossen Onlineplattformen und Suchmaschinen gesetzlich verpflichten, die Rechte der Nutzenden zu achten. Schon jetzt gibt es Kritik an dem Gesetz.

publiziert am 30.10.2025
image

Staatsanwaltschaft Zürich bereitet sich auf Justitia 4.0 vor

Neben diversen IT-Vorhaben halten auch Cyberkriminelle die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich auf Trab.

publiziert am 13.5.2025