China weitet Tests mit Digitalwährung aus

26. Januar 2021 um 13:59
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2020 lief der erste Feldversuch in einer Stadt, 2021 kommen weitere Grossstädte wie Peking dazu.

Die politische Führung in Peking, Shanghai und der Provinz Guangdong kündigen neue Pilotversuche mit der digitalen Landeswährung Yuan noch in diesem Jahr an. Keine der Grossstädte veröffentlichte Details zu den geplanten Versuchen, aber beide verknüpften sie mit umfassenderen Plänen zur finanziellen Entwicklung und "Öffnung". Guangdong ist nicht nur als wohlhabendste Provinz des Landes von speziellem Interesse, sondern auch weil das "Silicon Valley Chinas", Shenzhen, in der Provinz liegt.
Dies sei ein weiterer Schrittl, um als erstes Land der Welt eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) einzuführen, schreibt die 'South China Morning Post' dazu.
Guo Weimin, Chief Scientist der staatlichen Bank of China, forderte in einem Kommentar, dass das Land die Einführung einer digitalen Währung beschleunigen solle. Er begründete dies mit der wirtschaftlichen Herausforderung, die durch die Coronavirus-Pandemie verursacht wurde. Eine digitale Währung würde es einfacher machen, Geldflüsse zu verfolgen und Finanzvorschriften durchzusetzen, sagte er.
Der eigenständige chinesische "Digital Yuan" nennt sich Digital Currency Electronic Payment (DCEP) und wurde Ende 2020 erstmals mit einem grossen Online-Händler getestet.
Der DCEP könnte symbolträchtig im Februar 2022 lanciert werden, wenn in China die olympischen Winterspiele stattfinden, so spekuliert die Zeitung.

Hinken Europa, die Schweiz und die USA hinterher?

In Europa ist man noch nicht soweit. In Schweden nahm aber ein Pilotprojekt der Digitalwährung "E-Krona" kürzlich eine Hürde. Die Schweizer Nationalbank hat ebenfalls eine Digitalwährung kürzlich erfolgreich getestet, sieht diese bis jetzt aber nur als Zahlungsmittel zwischen Banken, und nicht für jedermann.
Die EU-Kommission unterstützt seit letzter Woche offiziell Pläne der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Einführung eines digitalen Euros. "Das erfordert die Digitalisierung der Wirtschaft und des Finanzwesens", sagte Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis europäischen Medien. "Wir beobachten, dass die Bedeutung des Bargeldes schrittweise zurückgeht. Ein digitaler Euro ist eine zusätzliche Möglichkeit zum Bezahlen und Sparen."
Eine digitale Form der europäischen Währung soll das Bargeld nicht ersetzen, wie EZB-Präsidentin Christine Lagarde in Frankfurt betonte: "Falls wir einen digitalen Euro haben, werden wir trotzdem Banknoten haben. Die beiden werden nebeneinander existieren." Die EZB ist aktuell dabei, Tausende Rückmeldungen zum Für und Wider eines digitalen Euros auszuwerten. "Im Frühjahr, wahrscheinlich im April, werden wir entscheiden, ob wir mit dem Projekt fortfahren werden", sagte Lagarde.
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat 2020 eine Kollaboration mit Experten des Massachusetts Institute of Technology (MIT) für einen "Digital Dollar" gestartet und prüft offenbar unterschiedliche Konzepte. Sehr weit scheinen diese noch nicht gediehen, von einem Test im Online-Shopping ist noch nicht die Rede.
China steht mit dem DCEP wohl tatsächlich in der Pole-Position. Ob sich dies bei diesen anspruchsvollen und umstrittenen Visionen auszahlt, wird sich weisen.

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