"Crypto-AG-Leaks" fordern ein Opfer

19. Februar 2020, 10:52
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Giuliano Otth, langjähriger CEO von Crypto AG, tritt als Präsident einer Zuger Wirtschaftsvereinigung zurück.

Giuliano Otth, Präsident des Zuger Technologie Forums, tritt im Zuge der Crypto-AG-Enthüllungen von seinem Amt zurück. Dies meldet die 'Luzerner Zeitung'.
Otth, laut seinem LinkedIn-Profil seit 1991 bei der früheren Crypto AG und von 2002 bis 2018 deren CEO, wolle "seinen Fokus auf seine eigene Firma" legen. Dies geschehe aufgrund der aktuellen Untersuchungen, so die Begründung laut 'Luzerner Zeitung'.
Aus den von 'Washington Post', 'ZDF' und der 'Rundschau' publizierten Rechercheergebnissen scheint hervorzugehen, dass Crypto AG bis 2018 von der CIA kontrolliert wurde und erfolgreich Security-Produkte mit Backdoors in über 100 Länder verkaufte.
Bis anhin ist unklar, inwiefern Otth von der mutmasslichen CIA-Kontrolle beziehungsweise von unsicheren Crypto-AG-Produkten wusste. Unseres Wissens hat er noch keine Stellung dazu bezogen, wie auch die 'Luzerner Zeitung' schreibt.
Otth ist aktuell Mitbesitzer und CEO einer der zwei Nachfolgefirmen der Crypto AG namens CyOne Security mit Sitz im zugerischen Steinhausen. Die Firma hatte zwischendurch Crypto Schweiz AG geheissen. Er ist zudem Mitbesitzer der IT-Security-Firma InfoGuard AG, einer langjährigen Schwesterfirma von Crypto AG
Das Technologie Forum Zug will Unternehmen vernetzen und den Industriesektor im Wirtschaftsraum Zug unterstützen. Die Organisation zählt laut Eigenangaben 125 aktive Mitglieder. Darunter finden sich Namen wie Ascom, Krauss Maffei oder Roche Diagnostics, zudem auch ICT-Anbieter und ICT-Security-Firmen aus der Region. Ausserdem sind mehrere Gemeinden Mitglieder. Auch CyOne Security und InfoGuard sind dies laut Forums-Website.
Im Vorstand des Vereins sitzen Vertreter der öffentlichen Hand und von Firmen. Der Hauptsitz der Organisation ist in Steinhausen.

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