Datenschutz: Whatsapp ändert seine Strategie erneut

31. Mai 2021 um 09:16
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Wer die umstrittenen Datenschutzrichtlinien nicht akzeptiert, habe nichts zu befürchten. Mindestens vorläufig.

Für Whatsapp-Nutzer wird es zumindest vorerst keine Folgen haben, wenn sie den neuen Datenschutz-Bestimmungen des Chatdienstes nicht zustimmen. Es gebe aktuell keine Pläne, den Funktionsumfang für sie einzuschränken, sagte ein Sprecher der Facebook-Tochter den Technologieblogs 'The Next Web' und 'The Verge'.
Whatsapp wolle dies nach Beratungen mit Behörden und Experten klarstellen. Stattdessen werde man diese Nutzerschaft "von Zeit zu Zeit" an das Update erinnern.
Whatsapp hatte die neuen Datenschutz-Bestimmungen vor rund 2 Wochen in Kraft gesetzt. Dabei hiess es, dass Nutzern, die dem Update nicht zustimmen, nach einigen Wochen mit Warnhinweisen der schrittweise Verlust wichtiger Funktionen drohe.
"Es ist derzeit nicht geplant, diese Erinnerungen dauerhaft einzuführen oder die Funktionalität der App einzuschränken", heisst es in den Fragen und Antworten von Whatsapp zu den neuen Bestimmungen.
Nach bisherigen Ankündigungen sollten die Nutzer mit der Zeit etwa den Zugriff auf ihre Chatliste verlieren, wie Whatsapp in einem Blogeintrag erläuterte. Zunächst sollte man zwar noch eingehende Audio- und Videoanrufe annehmen und über die Benachrichtigungen auch Chat-Nachrichten beantworten können. Einige weitere Wochen später würde Whatsapp dann weder Anrufe noch Nachrichten an ihre Smartphones schicken, lautete die Ansage.
Der Datenschützer von Hamburg vertritt eine andere Interpretation und untersagte Facebook zum selben Zeitpunkt die Whatsapp-Datennutzung. Mit den neuen Bedingungen würden die Befugnisse zur Datenverarbeitung inhaltlich erweitert. Nach einer Auswertung des Sachstands und der Anhörung von Facebook, dessen europäischer Hauptsitz sich in Dublin befindet, fehle eine ausreichende rechtliche Grundlage für die Datenverarbeitung durch Facebook zu eigenen Zwecken – ungeachtet der von Whatsapp derzeit eingeholten Zustimmung, schrieb der Datenschützer.
Whatsapp hatte stets betont, dass mit der Aktualisierung keine erweiterte Datenweitergabe an Facebook verbunden sei. Bei den Änderungen gehe es vor allem darum, bessere Möglichkeiten für Kommunikation mit Unternehmen zu schaffen.

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