ETHs lancieren mit BAG Corona-Tracing-App

21. April 2020, 15:24
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Die Corona-App des Projekts DP-3T soll bereits Mitte Mai fertig sein. Der Datenschutz wird nach eigenem Bekunden sehr gross geschrieben.

In den vergangenen zwei Monaten haben Forschende der EPFL und der ETH Zürich zusammen mit weiteren Wissenschaftlern Technologien für das digitale Contact Tracing entwickelt. Die Lösung wird derzeit noch fertig entwickelt, ist aber bereits als Open-Source-Protokoll auf Github verfügbar.
Nun teilt die EPFL mit, dass die App bis zum 11. Mai fertiggestellt werden soll. Pascal Strupler, Direktor des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit (BAG), bestätigt in der Mitteilung, dass das Amt mit der EPFL und der ETH Zürich zusammenarbeitet und dass der Termin für die Lancierung steht.
Das Projekt DP-3T (Decentralized Privacy-Preserving Proximity Tracing), in dessen Rahmen die App entwickelt wird, setzt auf ein sicheres, dezentralisiertes Proximity Tracing System, das die Privatsphäre der Anwender wahren soll.
DP-3T hat eine paneuropäische Entsprechung im Projekt PEPP-PT. In den letzten Tagen häuften sich kritische Stimmen aus der Wissenschaft, die sich Sorgen über den Datenschutz beim europäischen Projekt machten. Der Schweizer Epidemiologe Marcel Salathé kehrte dem Projekt gar den Rücken, weil ihm die Transparenz fehlte. Laut Medienberichten sollen sich die ETH Zürich und weitere Unis vom Projekt distanziert haben.
Lobend äusserten sich Forschende hingegen über Initiativen von Google und Apple, Systeme zu entwickeln, die keine zentralisierte Datenhaltung erfordern. Darauf will DP-3T offenbar setzen. Die App "wird die neuen Google- und Apple-APIs zur Kontaktverfolgung nutzen, sobald sie verfügbar sind", so Strupler. Allerdings gibt es Warnungen von Experten, dass die technischen Ansätze der beiden US-Unternehmen auf älteren Smartphone-Modellen nicht funktionieren würden.
Mit der App sollen jene Personen einfacher ausfindig gemacht werden können, die mit einem Sars-CoV-2-Virus-Infizierten in Kontakt gekommen sind. Damit erhoffen sich die Forscher die Verlangsamung der Pandemie.
An der Entwicklung waren neben den ETHs die niederländische KU Leuven, die niederländische TU Delft, das University College London, das Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit (CISPA), die Universität Oxford und die Universität Turin beteiligt. Aus der Schweiz steuerten zudem die Softwareentwickler von Ubique und PocketCampus ihre Fähigkeiten bei.

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