Facebook in der Defensive – die Konkurrenz freut es

6. Oktober 2021 um 14:01
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In den USA geht nach der Störung bei Facebook die Diskussion über eine Aufsplittung des Konzerns weiter. Regulierungsbehörden aus Europa twittern Unterstützung.

Der 6-stündige Ausfall von Facebook, Instagram und Whatsapp am Abend des 4. Oktober war heftig. Für sämtliche Dienste des Konzerns mussten fehlerhafte Konfigurationen angepasst werden. Schuld war der Ausfall eines Backbone-Servers.
Wie stets freute sich die Konkurrenz: Signal verkündete, man habe 1 Million neue Nutzer gewonnen. Telegram erklärte, man habe innerhalb eines Tages 70 Millionen neue Nutzer verzeichnet. Und Swisscom meldete, man habe einen Anstieg von über 50% gesendeten SMS registriert.
Margrethe Vestager, Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, schrieb auf Twitter: "Wir brauchen Alternativen und Wahlmöglichkeiten auf dem Technologiemarkt und dürfen uns nicht auf einige wenige grosse Akteure verlassen, wer auch immer das ist." Dafür brauche es den "Digital Markets Act". "Manchmal gibt es nichts Besseres, als miteinander zu reden ... nur am Telefon oder ... offline."
Das mag eine europäische Sicht zum Outage sein. Doch gleichzeitig gehen jenseits des Atlantiks die Wogen hoch. Dort machte die Whistleblowerin und Ex-Facebook-Mitarbeitende Frances Haugen dem Konzern in einem Hearing vor dem Kongress schwere Vorwürfe: "Facebook formt unsere Wahrnehmung der Welt durch die Auswahl der Informationen, die wir sehen."
"Das Argument, dass wir absichtlich Inhalte fördern, um Menschen für Geld wütend zu machen, ist zutiefst unlogisch", schrieb Facebook-CEO Mark Zuckerberg in einer Antwort. "Wir verdienen Geld mit Anzeigen und die Werbekunden sagen uns immer wieder, dass sie ihre Anzeigen nicht neben schädlichen oder wuterregenden Inhalten sehen wollen."
"Ich bin eigentlich gegen eine Aufspaltung von Facebook", sagte Haugen bei der Anhörung. "Wenn man Facebook und Instagram aufspaltet, werden die meisten Werbegelder wahrscheinlich zu Instagram fliessen, und Facebook wird weiterhin dieser 'Frankenstein' sein, der Leben auf der ganzen Welt gefährdet, nur dass es jetzt kein Geld mehr gibt, um es zu finanzieren."
Gleichzeitig kämpft Facebook gegen US-Regulierungsbehörden, die eine Zerschlagung des Unternehmens fordern. Facebook hat ein Gericht gebeten, eine geänderte Kartellbeschwerde der Federal Trade Commission (FTC) abzuweisen. In einem Antrag erklärt der Konzern, dass die FTC, auch nachdem ihr mehr Zeit eingeräumt wurde, um Fakten zur Untermauerung ihrer Klage gegen das Unternehmen vorzulegen, dies "nicht annähernd geschafft hat".

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