Der Kanton Bern will Open Source und Open Data in Gesetzesform giessen. Dies geht aus dem Gesetzesentwurf über die digitale Verwaltung (DVG) hervor, der nun in die Vernehmlassung geschickt wird.
Damit gemeint ist nicht bloss, dass Open-Source- und Open-Data-Angebote des Staates zulässig seien. Dies ist bereits seit 2018 der Fall. In Artikel 24 des DVG heisst es konkret: "Die Behörden können Software, andere Immaterialgüter und Daten unter einer Lizenz veröffentlichen, welche die kostenlose Nutzung, Weitergabe und Veränderung durch alle erlaubt."
Ergänzend schreibt der Kanton explizit, die Open-Source-Regulierung sei als Fördermassnahme gedacht, denn quelloffene Lösungen könnten helfen, die Abhängigkeit von Herstellern zu verringern. Diese Förderung hat das Parlament mit diversen entsprechenden Motionen ins Gesetz eingebracht, heisst es weiter im dazugehörigen Vortrag der Regierung.
Die Begründung dafür, dass Open-Source gleich gesetzlich verankert werden soll, liege darin, dass die Publikation "eine auf Dauer angelegte Staatsaufgabe" sei.
Das DGV soll nicht nur Open-Source-Grundlagen schaffen, sondern die Rechtsgrundlage für sämtliche künftigen Digitalisierungsprojekte der Verwaltung, denn Bern will die Abläufe im Kanton "möglichst vollständig" digitalisieren. "Die Behörden handeln, informieren und kommunizieren digital, ausser wenn sie ihre Aufgaben sonst nicht wirksam erfüllen können", heisst es dazu. Damit auch die Einwohner die neuen Kanäle nutzen, sind Anreizsysteme gesetzlich angedacht.
Das DGV regelt zudem die Pflichten der Behörden und von Privaten, die Zusammenarbeit mit anderen Verwaltungen, aber auch die Grundlagen einer gemeinsame Infrastruktur der Behörden, wie es heisst. Die
Details sind online verfügbar.
Zu einer Stellungnahme eingeladen sind die zu erwartenden Stakeholder aus Politik, Behörden und Wirtschaft. Darunter finden sich auch ICT-Verbände wie der Dachverband ICTswitzerland, der mehrere Firmenmitglieder vertritt, die grösstenteils von proprietärer Software leben.