"Post soll Anziehungspunkt für IT-Spezialisten werden"

14. Mai 2020, 15:55
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Die Post fokussiert künftig stark auf Digitalisierung. Sie will mit neuen Informatikern E-Voting und Blockchain vorantreiben.

Die Post befördert derzeit so viele Pakete wie noch nie. Im April 2020 habe man über 17 Millionen Pakete verarbeitet, teilte das Unternehmen kürzlich mit. Allerdings kämpft die Post schon länger mit einem Rückgang des Gewinns. Dies soll eine neue Strategie nun ändern. Sie wurde heute vorgestellt und zeigt: Ein Augenmerk liegt auf digitalen Geschäftsbereichen.
Für die Strategie nimmt die Post viel Geld in die Hand. Bis 2024 sollen rund 3 Milliarden Franken investiert werden. Davon sind 1,4 Milliarden Franken für sogenannte Wachstumsthemen vorgesehen, wie Finanz-Chef Alex Glanzmann festhielt.
Von dieser Summe sollen 400 Millionen in die Kommunikations-Services fliessen. "Unsere Investitionen in Kommunikations-Services werden die Voraussetzungen schaffen, um ab 2025 breiter abgestützt unsere digitalen Dienstleistungen der Schweizer Bevölkerung, KMU und Behörden anzubieten", so Konzernleiter Roberto Cirillo in seiner Rede. Ihre Lösungen preist die Post als bundesnahe Alternative zur Sicherung von Vertraulichkeit und Privatsphäre in der digitalen Welt.
Zielmärkte sind etwa das Gesundheitswesen und die Behörden. Die Post will als Anbieterin von E-Health und E-Gov-Services wachsen. Konkret nannte Verwaltungsrat Philippe Milliet E-Voting und das elektronische Patientendossier (EPD) und sagte: "Die Digitalisierung wird noch viele weitere Chancen bieten".

Blockchain-Projekte mit der Swisscom sind geplant

Will die Post ihre Fühler tiefer in die IT-Branche ausstrecken? Wird es eine Post-Cloud geben? Was sind die konkreten Projekte? Auf Nachfrage erklärt Post-Mediensprecher Erich Götschi man stehe erst am Anfang eines langen Weges, die Frage zur Cloud könne man derzeit noch nicht beantworten. Auch sonst nennt er keine konkreten Produkte.
Bislang diene das digitale Angebot von Swisscom grösstenteils als Infrastruktur für die digitalen Kommunikationslösungen der Post. Es würde aber keine Dopplung oder gar Wettbewerb bestehen, unterstreicht Götschi: "Unabhängig davon wird es jedoch ausgewählte Kooperationen und gemeinsame Projekte bei Zukunftstechnologien geben, um die Fähigkeiten und Bedürfnisse der beiden Unternehmen im Sinne des Eigners möglichst effektiv zu kombinieren". Explizit nennt er Projekte im Blockchain- Umfeld.
Sein Chef Cirillo verspricht, dass kein Stellenabbau geplant sei. Im Gegenteil wolle man in den nächsten Jahren hunderte neue Mitarbeitende einstellen, etwa in der Zustellung, aber auch in der Informatik. "Die Post soll zum Anziehungspunkt für IT-Spezialisten werden", hofft der Post-CEO.
Das Aufgabenfeld der IT-Abteilung wird erweitert und soll ab 2022 zu einer Konzernleitungsfunktion werde. Derzeit zählt die Abteilung des CIOs Wolfgang Eger rund 1100 interne Mitarbeitende. Die Zielgrösse in der Strategie sei aber noch nicht festgelegt, so der Pressesprecher.

Post will KMUs auf der Reise in die digitale Welt helfen

Die Post verspricht auch, KMUs auf der Reise in die digitale Welt an die Hand zu nehmen. Man stehe hier schon in Diskussion mit Unternehmen und habe Interesse festgestellt. Die konkreten Schritte müssten nun sukzessive gegangen werden, so Götschi. Ab 2021 wird mit der Umsetzung begonnen.
Die Post will zugleich ihre Filialen zu Dienstleistungszentren ausbauen. In diesen sollen Firmen, die nur noch digital erreichbar sind, ihren Kunden physische Kontaktpunkte bieten können. "Denkbar wäre etwa, dass Banken, Telekom-Firmen die Kunden in den Poststellen beraten oder lokale KMU mit einem 'Shop-in-Shop'-Konzept ihre Produkte anbieten", präzisiert Götschi. Allerdings werden die Filialen auf rund 800 reduziert. Ende 2019 unterhielt die Post noch 981.

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