Swisscom schaltet seine Public Application Cloud ab. Das PaaS-Angebot soll nur noch bis am 1. Dezember 2020 betrieben werden. Bereits ab dem 1. Mai werden keine neuen Kunden mehr angenommen.
Das Plattform-as-a-Service-Angebot war im
Herbst 2015 lanciert worden. Es richte sich an Entwickler, die Cloud-native Applikationen auf einer quelloffenen Umgebung bereitstellen und skalieren wollen, hiess es damals von Swisscom.
Swisscom habe als regionaler Partner von AWS und Azure seinen Kunden in die Public Cloud helfen wollen, schreibt der Blaue Riese nun in einer Mitteilung an seine Kunden. Jetzt wolle man sich aber im PaaS-Bereich auf Public Cloud Offerings konzentrieren.
Man habe sich wegen der Entwicklung im Markt und wegen Lizenzanpassungen im Open-Source-Umfeld entschieden, ganz auf die Enterprise Application Cloud zu setzen, begründet Swisscom den Schritt.
Lizenzanpassungen im Open-Source-Umfeld? Das lässt aufhorchen. Die Public Application Cloud basiert auf Cloud Foundry. Der grösste Unterstützer der Open-Source-Plattform ist Pivotal. Das Unternehmen wiederum wurde Ende 2019 von VMware gekauft, nicht ohne
Protest von Seiten der "Pivots".
Insider in der Cloud-Szene spekulieren nun, dass Pivotal Teile des Cloud Foundry Ökosystems geschlossen haben könnte. "Die Anpassung der Lizenzbestimmungen betrifft nicht die Cloud Foundry, sondern MongoDB und Redis, die wir als wichtige Services im Marketplace der Application Cloud anbieten", stellt Swisscom auf Anfrage von
inside-it.ch aber klar.
Die "bereits vor geraumer Zeit angepassten Bestimmungen" würden nun die Weiterführung der bestehenden Services verunmöglichen, die nicht auf kommerziellen Produkten basieren würden.
Update: Der Artikel wurde um 18 Uhr um das Statement von Swisscom ergänzt.