Swisscom und SIX verbinden ihre Open-Finance-Angebote

25. März 2021 um 14:29
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Mit einer technischen Kooperation machen die beiden Unternehmen nun ihre Open-Finance-Hubs kompatibel.

Swisscom und der Börsenbetreiber SIX wollen ihre bereits vorhandenen jeweiligen Open Finance-Angebote kompatibel machen. Die Zusammenarbeit soll Anbietern und Bezügern von Finanzdienstleistungen die Nutzung des Open Finance erleichtern, wie SIX mitteilt. Auf Anfrage heisst es, dass diese Kooperation keine Bündelung der Fintech-Angebote bedeute, es sei derzeit keine gemeinsame Plattform geplant, wie SIX-Sprecher Jürg Schneider festhält.
Stattdessen handle es sich um eine "zukünftige technische Kooperation". Damit adressiere man 2 wesentliche Herausforderungen: Die fehlende standardisierte Integration von Drittanbietern in die Systeme der Finanzdienstleister und die fehlende Möglichkeit, mehrere Drittanbieter für denselben Anwendungsfall skalierbar anzubinden, wird erklärt. Im Open-Finance-Kontext werde so eine interoperable und ganzheitliche End-to-End-Lösung für die Umsetzung von offenen Wertschöpfungsnetzwerken entstehen.
Bisher habe Swisscom den Fokus auf die Integration gelegt, während sich SIX auf einen einheitlichen Teilnahmevertrag sowie die strukturierte und standardisierte Prüfung von Drittanbietern spezialisiert habe, heisst es weiter. In der Zusammenarbeit wollen die beiden Unternehmen nun die Kompatibilität ihrer jeweiligen Hubs erhöhen. Kurz gesagt wird Banken und Drittanbietern ein einfacher und standardisierter Zugang zu einem breiteren Netzwerk an potenziellen Partnern aus der Finanzbranche und darüber hinaus versprochen.
Dafür stelle Swisscom einen sogenannten Integration Layer zur Verfügung, über den Unternehmen ihre Systeme effizient mit dem Open Business Hub (OBH) von Swisscom und damit künftig auch mit bLink von SIX verbinden können. Zudem ergänzt Swisscom seinen OBH um das digitale Consent Management von bLink, das "den Prozess der Einverständnisvergabe des Endkunden für die Verwendung seiner Daten technisch abwickelt". bLink sorge dabei für die standardisierte Überprüfung und Anbindung von Drittanbietern.
Swisscom hatte Ende 2017 seinen OBH vorgestellt, der derzeit über 30 Unternehmen über einen Integration Layer als Teil des OBH verbindet. Der hiesige Telekom-Riese zielt mit seinem Angebot auf ein industrieübergreifendes Business API-Ökosysteme. Ähnliche Ansprüche verfolgt SIX mit der im letzten Frühjahr gestarteten bLink genannten Open-Banking-Lösung. Sie fokussiert jedoch auf den Finanzplatz Schweiz, versteht sich aber ebenfalls als Ökosystem, das als zentrale Plattform Finanzinstituten und Drittanbietern eine sichere Verlinkung und den Austausch datenbasierter Services erlaubt.

"Open Finance wird sich etablieren"

Den Ökosystem-Gedanken verfolgen gerade im Fintech-Umfeld schon seit einigen Jahren unter anderem Banken-Software Anbieter wie Temenos oder Avaloq, aber auch Banken wie die Hypothekarbank Lenzburg. In diesem Sinne war kürzlich die API-Standardisierungsinitiative in den Verein Openwealth Association überführt worden. Und die Schweizerische Bankiervereinigung hielt fest, dass sich nicht mehr die Frage stellt, ob sich Open Finance etablieren werde, sondern nur noch in welcher Form.

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