Das Transaktionsvolumen bei M&A von Softwarehäusern blieb laut einer Studie trotz Corona im 1. Halbjahr 2020 fast unverändert.
Das Transaktionsvolumen für Unternehmens-Übernahmen im Bereich Enterprise-Software ist in der ersten Hälfte des Jahres 2020 gegenüber der zweiten Hälfte des Jahres 2019 um 5% gesunken, teilt das britische Beratungsunternehmen Hampleton Partners mit. Der "M&A Market Report" verzeichnet 602 Transaktionen gegenüber 632 in der Vergleichsperiode 2019.
Entwicklung des Transaktionsvolumen seit 2013. Grafik: Hampleton
Am aktivsten war in den letzten 30 Monaten Wisetech Global mit weltweit 17 Übernahmen, gefolgt von Vista Equity Partners mit 15 und Microsoft mit 14 Übernahmen. Die meisten Übernahmen (31%) fanden im Bereich von Enterprise-Applikationen wie Ressourcenplanung, SCM und CRM statt.
Grafik: Hampleton
Trotzdem würden sich erste Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigen: Die Bewertungsmultiplikatoren hätten angefangen zu sinken. Hampleton sieht mehr regionale Geschäftsabschlüsse auf dem M&A-Markt, auch weil Reisebeschränkungen und lokale Lockdown-Massnahmen sich auf interkontinentale Fusionen und Übernahmen auswirken würden. Im Gegensatz zu früheren Quartalen wurden im zweiten Quartal 2020 rund 61% der europäischen Ziele auch von europäischen Firmen gekauft.
Für die Zukunft erwartet Miro Parizek, Gründer von Hampleton Partners, robuste M&A-Aktivitäten: "Private-Equity-Investoren und etablierte strategische Käufer ringen um ihre Führungsposition im neuen post-pandemischen Geschäftsumfeld." Der M&A-Markt für Unternehmenssoftware werde durch die Covid-19-Pandemie neu gestaltet, erklärt Parizek: "Sowohl Private-Equity-Investoren als auch strategische Käufer richten ihr Augenmerk auf Unternehmen, die zur Verbesserung der Kommunikation, zur Rationalisierung von Prozessen oder zur Erleichterung von Remote-Arbeitsmöglichkeiten beitragen."