Im neuen "Lohnbuch Schweiz 2020" werden auch Saläre in den Informatikberufen auf unterschiedlichen Kompetenzstufen aufgeführt.
Eine Erkenntnis bei der Analyse: In den "traditionellen" Informatik-Berufen präsentiert sich die Lohnsituation anders als in den Trendberufen. So wird ein Software-Entwickler je nach Kompetenzniveau ("Junior", "Professional" oder "Senior") stark unterschiedlich entlöhnt. Ein 25-jähriger Junior erhält im Median 5154 Franken, ein Senior erreicht ab dem 49. Altersjahr 7764 Franken. Ist man hingegen ein 25-jähriger Junior Data Scientist, beträgt das monatliche Salär 6600 Franken (28% mehr), als "Senior" 8754 Franken.
Das Salärniveau eines Data Scientists bleibt über die gesamte Karriere laut dem Schweizer Lohnbuch höher. Gerade zwei ICT-Berufe zahlen Fachkräfte auf "Senior"-Niveau besser als Data Scientists: ein entsprechender Wirtschaftsinformatiker erhält ab dem 49. Altersjahr mehr als der gleichaltrige Senior Data Scientist (10'232 bzw. 10'188 Franken). Und ein Product Owner wird aktuell mit 10'578 Franken monatlich entlöhnt.
Erwartungsgemäss ist das Lohnniveau in den Bereichen "Planung" und "Consulting" höher. Das heisst, ein Senior Programm-Manager kann ab 49 über 12'000 Franken verdienen. Hingegen ist es rein finanziell nicht interessant, ICT-Supporter oder ICT-Techniker zu sein oder zu bleiben. Die Berufe haben sich bei der Umschaltung zu Homeoffice im Unterschied zu den Data Scientists zwar als systemrelevante Fachkräfte entpuppt, starten ihre Laufbahn aber mit 4763 Franken monatlich und können auf Niveau Senior mit 49 Jahren 7931 Franken monatlich verbuchen.
Klagen sollten aber auch ICT-Supporter nicht. Die aktuell ebenso systemrelevanten Landwirte erhalten auf EFZ-Niveau 4500 Franken monatlich, ein Betriebsleiter mit Meisterprüfung 6620 Franken. Und dies bei 55 Wochenstunden, meldet der Schweizerische Bauernverband, während in der Informatik-Branche, die keinen GAV kennt, 42 Wochenstunden üblich sind.
Grosse regionale Unterschiede
Wichtig ist jeweils, wo eine Informatikfachkraft arbeitet, die Lohnunterschiede sind beträchtlich: In Zürich kosten Fachleute 7,4% mehr als im Schweizer Median, im Tessin hingegen nur zwei Drittel desselben.
Das "Lohnbuch Schweiz 2020" wurde vom Amt für Wirtschaft des Kantons Zürich erarbeitet und ist in Papierform (768 Seiten) oder in elektronischer Form zu beziehen. Die Informatiklöhne entstammen der separat beziehbaren Umfrage "Saläre der ICT" des Verbands SwissICT von 2019, hinzu kommen Angaben des Dachverbands ICTswitzerland sowie von der Schweizerischen Informatik Gesellschaft (SI). Nicht enthalten sind die höheren Kompetenzstufen "Expert" und "Senior Expert", ebensowenig die Saläre der Kompetenzstufen M1 bis M4 (Personalführung).
Dafür bieten sich aktuelle Zahlen aller Berufe der Schweiz. Daneben, im Herbst 2020, wird ein Blick auf die Resultate der diesjährigen Salärumfrage von SwissICT andeuten, ob und wie sich die Löhne im Zuge der Corona-Krise bereits verändern.