Widersprüchliche Signale zur Schweizer Corona-Tracing-App

2. April 2020 um 14:33
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Kommt die App, mit der Nutzer vor Infizierten gewarnt werden? Und wann? Nicht alle sind gleich optimistisch.

Die Tracing-App PEPP-PT soll dazu beitragen, die Ausbreitung des Coronavirus in der Schweiz einzudämmen. Wann sie zur Verfügung steht, ist noch nicht klar. Die Signale der Behörden sind widersprüchlich.
Laut Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) laufen Abklärungen in der Verwaltung. Zudem brauche es einen politischen Entscheid. "Im Moment ist es zu früh, sich dazu zu äussern", sagte Koch am 2. April vor den Bundeshausmedien.
Weit zuversichtlicher gab sich Matthias Egger, Präsident der wissenschaftlichen Covid-19 Task Force. Es seien noch Abklärungen zum Datenschutz im Gang, technisch sei man aber sehr weit. Je früher die App eingesetzt werde, desto besser. "Alles, was dazu beiträgt, Infektionsketten zu unterbrechen, ist willkommen und sollte eingesetzt werden", sagte Egger.
Seiner Meinung nach wäre die Akzeptanz in der Schweizer Bevölkerung relativ gross: Er glaubt, dass rund 30 Prozent teilnehmen würden. "Das hätte einen wichtigen Effekt."
PEPP-PT steht für “Pan-European Privacy Preserving Proximity Tracing”-Initiative. Die gleichnamige App soll ihre Nutzer warnen, wenn sie Kontakt zu Infizierten hatten. Die Betroffenen könnten sich dann umgehend zu Hause isolieren sowie einen Test auf Ansteckung in die Wege leiten. Laut Egger ist die Beteiligung sowohl für Infizierte wie auch für gesunde Nutzer freiwillig.
An der Entwicklung beteiligen sich Forscher und Entwickler aus acht Ländern. An Bord sind auch Wissenschaftler der ETH Zürich und der EPFL Lausanne. Auf der PEPP-PT-Plattform sollen zudem andere Forschungen und Entwicklungen aufbauen können. "Die Plattform umfasst einen anonymen und die Privatsphäre wahrenden Ansatz zur digitalen Nahbereichsverfolgung, der in voller Übereinstimmung mit der DSGVO steht und auch bei Reisen zwischen Ländern genutzt werden kann," so ein Gründer, Hans-Christian Boos, zu ‘Reuters’
Bis Ende der zweiten April-Woche sollen die Arbeiten an der Plattform abgeschlossen sein.

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