Deepl führt Simultan­über­setzungen ein

14. November 2024 um 12:46
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Das beliebte Übersetzungs-Tool kann künftig auch mit gesprochener Sprache umgehen. "Deepl Voice" soll unter anderem in Online­meetings zum Einsatz kommen.

Deepl hat sich bislang auf Übersetzungen von schriftlichen Texten fokussiert. Nun soll auch eine Lösung für gesprochene Sprache dafür sorgen, dass sich der Anbieter im Wettbewerb behaupten kann.
Das Kölner Softwareunternehmen Deepl hat ein System für die Übersetzung von gesprochener Sprache in Echtzeit vorgestellt. "Deepl Voice" soll es in zwei Ausprägungen geben, kündigte der CEO und Gründer, Jaroslaw Kutylowski an einem Event der Firma in Berlin an.
Zum einen werde das System in Videokonferenzen Gespräche live übersetzen können. Damit könnten virtuelle Meetings in Anwendungen wie Zoom in mehreren Sprachen abgehalten werden. Zum anderen werde es eine App für Mobilgeräte geben, mit der persönliche Gespräche in Echtzeit übersetzt werden können.

Limitierungen könnten zu Fehlübersetzungen führen

Deepl sei bereits führend in der Übersetzung von schriftlichen Inhalten, sagte Kutylowski. Die Live-Übersetzung von Gesprochenem sei jedoch eine ganz andere Sache. "Sätze werden teilweise nicht zu Ende formuliert, die Aussprache ist oft undeutlich, die Latenz (Verzögerung) darf nicht zu hoch sein." Diese Limitierungen könnten zu Fehlübersetzungen und einer schlechten Nutzererfahrung führen.
"Das sind die gleichen Herausforderungen, die auch bei persönlichen Interaktionen zu Missverständnissen führen können", sagte Kutylowski. Deepl Voice sei speziell auf gesprochene Sprache ausgerichtet und unterstütze Unternehmen dabei, eine reibungslose Kommunikation in mehreren Sprachen zu gewährleisten und so Sprachbarrieren zu überwinden, erklärte Kutylowski.

Grosser Wettbewerb

Deepl muss sich dabei in einem starken Wettbewerb behaupten. So hat Google mit Gemini eine grosse KI-Lösung im Programm, die auch Echtzeit-Übersetzungen unterstützt. Microsoft bietet für seine Videokonferenz-Anwendung Teams ebenfalls Simultanübersetzungen. Allerdings war es dem Kölner Unternehmen auch in der Vergangenheit gelungen, im Wettbewerb mit Google Translate und anderen Angeboten grosser Anbieter aus den USA mitzuhalten.
Nach einer Finanzierungsrunde im Mai wird Deepl mit zwei Milliarden US-Dollar bewertet. Das wertvollste KI-Unternehmen Deutschlands hatte sein Produktportfolio zuletzt um einen Schreibassistenten mit Künstlicher Intelligenz erweitert. Im Juli hatte Deepl eine neue Generation seines Sprachmodells auf den Markt gebracht, um die Qualität seiner maschinellen Übersetzungen messbar zu erhöhen. Das Unternehmen verwies dabei auf Blindtests mit Sprachexperten, die zeigten, dass Deepl-Übersetzungen auf der Basis des neuen LLMs besser bewertet würden als die Resultate von Systemen grosser US-Anbieter.

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