Der deutsche Hersteller von Heimvernetzungsgeräten Devolo teilt mit, seine Sanierung erfolgreich abschliessen zu können. Das im Februar 2022 eingeleitete Schutzschirmverfahren werde per Ende Oktober beendet. Zum 1. November übernehme die Familie Harbers mit eigenen Gesellschaften die Firmenanteile von Devolo, erklärt das Unternehmen in einer Mitteilung. Heiko Harbers ist bereits seit Gründung im Mai 2002 CEO von Devolo.
Der Insolvenzplan könne mit Zustimmung der Gläubiger abgeschlossen werden. Auch das Amtsgericht Aachen hat der Einigung bereits zugestimmt.
In den Monaten danach habe Devolo eine Reihe von Restrukturierungsmassnahmen umsetzen können, schreibt das Unternehmen. "Devolo ist auf Kurs", so CEO Heiko Harbers. "Unsere Wachstumspläne werden in den nächsten Jahren Investitionen in Produkte, Technologie und Marke erfordern", ergänzt der Firmenchef. Die Liquidität sei gesichert und Devolo könne an neuen Wachstumszielen arbeiten.
Auch mittel- und langfristig rechne die Geschäftsführung mit Wachstum. Devolo stehe "wieder auf einem tragfähigen finanziellen Fundament", glaubt Harbers. Das Kerngeschäft und das operative Business seien gesund. Das Unternehmen beschäftigt rund 300 Mitarbeitende.
Zu hohe Lagerbestände wegen Nachfragerückgang
Hauptursache der finanziellen Schwierigkeiten sind laut den Angaben die Auswirkungen der Corona-Lockdowns. Nach Schliessungen im Einzelhandel habe man den Nachfragerückgang zu spüren gekriegt.
Verschärft worden seien die Probleme durch hohe Warenzuflüsse aus den Produktionsstätten in Fernost. Denn aufgrund von Problemen in der Lieferkette habe man frühzeitig Lieferverpflichtungen eingehen müssen. Dies habe Anfang 2022 zu einem sehr hohen Lagerbestand und damit zu einem Liquiditätsengpass geführt.
Hinzu sei noch gekommen, dass Devolo 2021 einige erwartete Umsätze mit Netzbetreibern im Ausland und im Projektgeschäft nicht realisieren konnte, weil einige der benötigten Produkte aufgrund des Chipmangels nicht verfügbar waren.