Das Silicon Valley verliert eine seiner prominentesten Frauen: Die langjährige Youtube-Chefin Susan Wojcicki legt ihr Amt nieder. Sie gehört seit den Anfängen des Unternehmens im Jahr 1998 zu Google. Der Konzern hat 2006 mit Youtube eine der weltweit wichtigsten Unterhaltungsplattformen übernommen. Am
15. Februar 2005 wurde Youtube als Domain offiziell registriert.
In einem Blogbeitrag von Wojcicki hiess es, sie wolle ein neues Kapitel beginnen und sich auf "meine Familie, Gesundheit und persönliche Projekte, für die ich eine Leidenschaft habe", konzentrieren. Ihre Nachfolge steht schon fest: Sie wird durch Neal Mohan, Head of Product von Youtube, ersetzt.
Sie lässt Big Tech somit ohne eine weibliche CEO zurück – in der obersten Chefetage von Twitter, Facebook, Snapchat, Netflix, Disney und nun auch YouTube sind nur noch männliche Führungskräfte zu finden.
"Es hat immer eine grosse Wirkung, wenn eine Frau in einer so hochkarätigen Position geht", sagte Sheryl Daija, CEO und Gründerin von Bridge, einer Organisation, die Führungskräfte für Vielfalt vertritt, gegenüber der 'Washington Post'. "Wenn wir weibliche Führungskräfte verlieren, riskieren wir auch, die nächste Generation von Frauen zu verlieren. Wenn wir CEOs verlieren, die People of Color sind, riskieren wir, die nächste Generation von People of Color zu verlieren. Es ist ein Dominoeffekt."
Entlassungswelle trifft besonders Frauen
Bei Google hatte Wojcicki viele verschiedene Führungspositionen inne. In der Geschichte des Konzern spielt sie eine spezielle Rolle: Im Jahr 1998 vermietete sie ihre Garage und ein paar Zimmer in ihrem Haus in Menlo Park im kalifornischen Silicon Valley an Larry Page und Sergey Brin, die beiden Gründer von Google. Sie selbst wurde damals als 16. Mitarbeiterin angestellt. Von einigen wurde sie gar als potenzielle künftige CEO von Google gesehen.
Die jüngste Entlassungswelle im Tech-Sektor schlägt speziell auf die Diversität in den Konzernen durch. Laut Experten haben die Entlassungen im Silicon Valley Frauen besonders hart getroffen, heisst es in der 'Washington Post'. "Die wirtschaftliche Ungewissheit wird dazu führen, dass Arbeitnehmer, die ohnehin nicht gerade zu den stereotypen Tech-Brokern gehören, stärker gefährdet sind", so Reyhan Ayas, leitende Wirtschaftswissenschaftlerin bei Revelio Labs.
Susan Wojcicki will Google und den Mutterkonzern Alphabet künftig in einer beratenden Rolle erhalten bleiben, schreibt sie im Blogbeitrag abschliessend.