Die Schweiz erhält ein neues Netzwerk für digitale Souveränität

28. August 2025 um 11:40
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Illustration: Erstellt durch inside-it.ch mit Le Chat

In Bern wurde das Netzwerk SDS vorgestellt. Öffentliche Verwaltungen sind ebenso Mitglieder wie Hochschulen, Organisationen und IT-Firmen.

Im Juli wurde das "Netzwerk SDS – Souveräne Digitale Schweiz" gegründet. An einer Kickoff-Veranstaltung in Bern trafen sich jetzt erstmals Mitwirkende, Unterstützende und internationale Gäste zu einem Austausch. "Digitale Souveränität ist seit einigen Jahren doch irgendwie in aller Munde und oft auch sehr abstrakt, wie eine Herkulesaufgabe, die fast nicht bewältigbar ist", wandte sich Nationalrat und Liip-Gründer Gerhard Andrey an die "Mitstreiterinnen und Mitstreiter".
Alle wüssten, wie stark wir abhängig sind von ein paar wenigen Plattformen. "Ein Update aus Kalifornien oder eine geänderte AGB aus Seattle und schon zucken hierzulande Verwaltungen, manchmal die KMU und zuweilen auch die Politik", sagte Andrey.

Eine schweizweite Bewegung

Inhaltlich sei es das Ziel des SDS, unterschiedliche Themen voranzubringen, führte Matthias Stürmer, Leiter Institut Public Sector Transformation an der Berner Fachhochschule, aus. "Das sind Einsatzzentren, Grundlagen, was die Zertifikation oder die Standards angeht. Die Open-Source-Lösungen, aber auch Cloud-Computing, IT-Infrastrukturen und KI dürfen auch nicht fehlen." Es gehe um eine schweizweite Bewegung für digitale Souveränität mit einem gemeinsamen Begriffsverständnis. Weiter soll eine Plattform für Informations- und Erfahrungsaustausch geschaffen werden.
Die Mitgliederliste des SDS ist seit Juli bereits kräftig gewachsen. Von den öffentlichen Verwaltungen befinden sich beispielsweise Bacs und EJPD, Aargau Informatik oder OIZ Zürich darunter. Dazu kommen Organisationen wie Educa, Switch, die Hochschulen BFH und FHNW, Unternehmen mit öffentlicher Trägerschaft wie Abraxas, Bedag Informatik und die Post. Schliesslich sind dutzende IT-Firmen Mitglied: von AlpineAI über Cyberlink, Onceonsult, Ti&m bis Xtendx.

Schaffung eines Kompetenzzentrums

"Es freut uns enorm, dass sich in so kurzer Zeit so viele wichtige Akteure dem Netzwerk SDS angeschlossen haben", sagte Stürmer gegenüber inside-it.ch. Zahlreiche Behörden und weitere Vertreter des öffentlichen Sektors im SDS würden zeigen, dass in der Schweiz eine grosse Nachfrage nach digital souveränen Alternativen zu M365 & Co. besteht. Die vielen Schweizer IT-Firmen, die sich angeschlossen haben, würden belegen, dass es auch ein sehr breit abgestütztes Angebot an kompetenten Dienstleistern für digital souveräne Open-Source-Lösungen gibt.
"Wir nehmen weiterhin Akteure aus der Schweiz ins Netzwerk SDS auf, um so Informationen und Erfahrungen zu digital souveränen Anwendungen, Cloud-Plattformen und KI-Lösungen auszutauschen", erklärte Stürmer. Auch würde basierend auf der Kooperationsvereinbarung mit dem deutschen Zentrum für Digitale Souveränität (ZenDiS) die Zusammenarbeit zu openDesk und openCode vertieft. "Letztendlich wollen wir aber ein Schweizer Kompetenzzentrum für digitale Souveränität initiieren, so wie eben in Deutschland das ZenDiS aktiv ist."

Firmen und Behörden sollen Projekte lancieren

Für die Schaffung des Zentrums werde demnächst ein Innosuisse-Antrag gestellt. "Konkret soll dieses Kompetenzzentrum die Product Ownership von Open-Source-Lösungen koordinieren, Beratung zu rechtlichen, technologischen und organisationalen Fragen leisten, skalierbare Support-Strukturen für Open-Source-Produkte schaffen und Finanzierungs- und Business-Modelle auf Schnittstelle Staat und Community entwickeln", so Stürmer.
Das Netzwerk SDS solle primär kommunizieren und vernetzen. "Alle konkreten Projekte werden von Firmen, Behörden oder von uns als Institut Public Sector Transformation der Berner Fachhochschule realisiert", erklärte Stürmer. Aber diese koordinierende Rolle des Netzwerks sei sehr wichtig. "Denn aktuell schauen sowohl die einzelnen Gemeinden, Kantone und Bundesämter nur für sich. Und gleichzeitig gibt es viele Schweizer IT-KMU, die oftmals zu klein sind, um gegen die grossen Hyperscaler und Konzerne anzutreten." Deshalb wolle SDS den fachlichen Austausch ermöglichen und diese Akteure verbinden.



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