Ein Schweizer Satellit für die Armee

5. Mai 2025 um 11:15
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Foto: Wisesat

Die Armee spannt mit Wisesat zusammen. Dereinst soll ein ganzes Netzwerk aus Satelliten die Schweiz mit Internet versorgen.

Im Sommer 2023 hat das Genfer Tech- und Security-Unternehmen Wisekey sein Satellitengeschäft in eine neue Firma mit dem Namen Wisesat ausgegliedert. Jetzt gab das Unternehmen bekannt, dass es für ein neues Projekt mit der Schweizer Armee zusammengespannt. So nutzt das Militär einen Wisesat-Satelliten für Echtzeittests in verschiedenen Vorhaben.
Die Armee will damit etwa sichere Kommunikationslösungen erproben, die Überwachung kritischer Infrastrukturen verbessern und neue Fähigkeiten im Bereich der weltraumgestützten Cybersicherheit erlangen, so das erklärte Ziel. Einer der dazu notwendigen Satelliten wurde bereits im Januar auf seine Reise in eine niedrige Erdumlaufbahn geschickt.
Gegenüber 'SRF' erklärte der CEO: "Der Satellit gehört uns. Wir vermieten diesen über eine Partnerschaft an die Schweizer Armee." Der Satellit ist laut Wisesat mit modernster Pikosatellitentechnologie ausgestattet. So soll er beispielsweise den Einsatz von Echtzeitanwendungen ermöglichen.

Mehr Souveränität

Die Armee selbst wollte zum Projekt keine Stellung nehmen. Ein Sprecher verwies lediglich auf das Strategiepapier "Gesamtkonzeption Weltraum", das bald vom Bundesrat behandelt werden soll. Dabei betonte die Armee auch, dass der Satellit nicht ihr gehöre und sie lediglich am Projekt beteiligt sei.
Vom Bundesamt für Rüstung Armasuisse hat 'SRF' erfahren, dass rund 250'000 Franken für Forschungsaufträge an Wisekey gehen. Gemäss Wisekey-CEO Carlos Moreira kostet ein Satellit heute noch rund eine halbe Million Franken. Das ermöglicht es auch kleineren Ländern wie der Schweiz, eigene Satelliten ins All bringen und betreiben zu können.
Derzeit ist die Schweiz in diesen Belangen von Frankreich abhängig. Vor ein paar Jahren hat die Armee eine Kooperation mit Frankreich abgeschlossen, um von dort Satellitenbilder zu beziehen. "Von einem anderen Land abhängig zu sein, ist nicht wünschenswert", sagte Moreira zu 'SRF'. Seine Firma habe deshalb mehrere Millionen Franken in das Projekt investiert, in der Hoffnung, auch bald die Armee als dauerhaften Kunden zu gewinnen.

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