Empa migriert Webportal auf Open-Source-Plattform

19. September 2025 um 09:00
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Foto: Empa

Die Forschungsanstalt sah sich mit dem Lebensende seines Content Management Systems konfrontiert. Sie entschied sich für eine quelloffene Software und den Betrieb in der Cloud.

Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat 134 Websites auf die Open-Source-Lösung Liferay migriert. Ziel war die Umstellung auf eine aktuelle Version, die Verbesserung im Bereich der Sicherheit bringt und schnellere Releases ermöglicht.
Auslöser war eine ältere, nicht mehr unterstützte Liferay-Version, die Betriebs- und Sicherheitsrisiken erhöhte und die Weiterentwicklung bremste. Der Auftrag an den IT-Dienstleister Cleverbee legte daher Wert auf die Modernisierung auf eine unterstützte Version, die Verbesserung der Sicherheit und Verfügbarkeit, ein einheitliches Single Sign-On (SSO) über alle Domänen hinweg und eine schnellere Umsetzung von Anforderungen bis zur Publizierung. Dies sollte für 134 Websites und 37 Second-Level-Domänen umgesetzt werden, möglichst ohne grössere Ausfälle. Daneben spielte auch die Wirtschaftlichkeit des Betriebs eine Rolle: In dieser Kategorie überzeugte eindeutig die Open-Source-Variante, die auf lange Sicht den besten Return on Invest bietet.

Open-Source-Plattform

Als Grundlage wurde die Open-Source-Plattform Liferay Community Edition gewählt, mit Elasticsearch für die Suchfunktion und PostgreSQL als Ziel-Datenbank. Diese Wahl ermöglichte die Nutzung der aktuellen Version, offene Standards und moderne Datenbankfeatures. Gleichzeitig wurden bewährte Liferay-Stärken genutzt: Modularität für schrittweise Erweiterungen, Multisite-Verwaltung von Rechten und Rollen sowie eine übersichtliche Umgebung mit Templates und Workflow für Redakteure, welches die Veröffentlichung beschleunigt und die IT entlastet.
Auf der Stack-Auswahl aufbauend wurde die Architektur in Microsoft Azure umgesetzt. Anwendungen wurden containerisiert und über Kubernetes hinter dem Application Gateway betrieben; die Umgebungen Development, User Acceptance Tests und Produktion ermöglichten sichere Vorbereitung, Tests und kontrollierte Releases. Die Infrastruktur wurde als Code (laC) beschrieben und Deployments über Cl/CD automatisiert, was wiederholbare und auditierbare Releases sicherstellt.

Modernisierung auf dem Weg

Im Bereich Sicherheit wurde ein SSO über Microsoft Entra ID mit Anbindung an mehrere Active Directory Domains implementiert. Die Integrationen mit externen Systemen wurden über REST/Webservices beibehalten. Die Datenmigration von Microsoft SQL zu PostgreSQL erfolgte mit Schema-Mapping, automatisierten Konvertierungen und Validierungs- sowie Bereinigungsprüfungen. Da Liferay die Integrität primär auf Applikationsebene prüft, wurden eigene Kontrollmechanismen und Datenqualitätsmetriken ergänzt.
Die "Modernisierung auf dem Weg" umfasste die Umstellung ausgewählter Code-Bestandteile auf OSGi­Module und gezielte UI/SEO-Anpassungen, wo sie sofortigen Nutzen bringen. Aus der Praxis bewährt sich kleinere, häufigere Releases statt "Big-Bang"-Deployments und kurze Shadow-Tests vor Cut-over, um Abweichungen früh zu erkennen.

Grösste Herausforderungen

"Der Erfolg einer CMS-Migration hängt von mehreren Bereichen ab. In der Praxis betrifft sie den gesamten Stack und die Prozesse. Am anspruchsvollsten sind Content- und Datenbeziehungsinventuren, das richtige Cut-over-Design und das Risikomanagement über Integrationen hinweg. Entscheidend ist die technische Disziplin – Cl/CD und laC halten das Projekt zusammen – und gleichzeitig die Arbeit mit den Nutzern: kontinuierliche User Acceptance Tests und Schulungen der Redakteure", kommentiert Cleverbee-CEO Michal Stepanek.
Es entstand eine sicherere, skalierbare Plattform auf einer unterstützten Version, ohne Lizenzgebühren, bereit für die Weiterentwicklung. Praktisch bedeutet dies: kürzere Deployment­Zeiten dank Cl/CD, höhere Verfügbarkeit und Stabilität durch Cloud-Betrieb, einfacherer Zugriff über Domains hinweg durch SSO und bessere Auditierbarkeit von Änderungen dank laC. Die Produktqualität von Liferay zeigt sich langfristig: Modularität erleichtert Funktionserweiterungen, Multisite vereinfacht die Verwaltung über Websites hinweg und bietet Redakteuren komfortable Werkzeuge, die die IT-Abhängigkeit reduzieren. Die gesamte Projektdauer inklusive Analyse und Umsetzung betrug circa sieben Monate.

Resümee der Empa

"Mit Cleverbee haben wir unser Portal von Liferay Enterprise Edition auf die quelloffene Liferay Community Edition migriert. So konnten Kosteneinsparungen, eine verbesserte Sicherheit und eine moderne Benutzeroberfläche erzielt werden. Das Projekt nutzte hybride Cloud-Architektur, SSO-Implementierung und Cl/CD-Pipelines für effiziente Deployments. Fertiggestellt in sieben Monaten, lieferte es Skalierbarkeit, Einsparungen und höhere Effizienz. Wir schätzen die Professionalität und Expertise des Cleverbee-Teams sehr, die den erfolgreichen Abschluss des Projekts termingerecht und im Budgetrahmen sicherten", so Hansjörg Juon, Communication/Applications Manager der Empa.
Interessenbindung: Der Artikel wird im Rahmen der Medienpartnerschaft zwischen Inside IT und dem Digital Business Transformation Forum publiziert.

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Termin: Donnerstag, 2. Oktober, 9.00 – 15.45 Uhr
Location: Gottlieb Duttweiler Institute, Rüschlikon
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