Am 28. September wird unter anderem über das E-ID-Gesetz abgestimmt. Im vergangenen Dezember hatte das Parlament
dem Gesetz zugestimmt. Dagegen ergriffen verschiedene Gruppierungen das Referendum, welches im Mai
für gültig erklärt wurde.
Das Meinungsforschungsinstitut Yougov hat jetzt die Ergebnisse einer ersten Umfrage zu der Abstimmung veröffentlicht. Zwischen dem 8. und 14. Juli wurden 1232 Personen aus dem Online-Panel von Yougov befragt. "Mithilfe eines eigens entwickelten MRP-Modells (Mehrebenen-Regressionsmodell mit Poststratifikation) wurde auf Basis dieser Antworten der Abstimmungsausgang zum jetzigen Zeitpunkt geschätzt", erklärt Yougov Schweiz.
Bei der E-ID würden aktuell 63% für und 26% gegen die Annahme des Gesetzes stimmen, während 11% noch unsicher sind oder sich nicht äussern möchten. "Die Ergebnisse spiegeln eine Momentaufnahme wider", betont Yougov zum
Stimmungsbarometer.Gefragt wurde auch, welche Argumente überzeugen. "Bezüglich der E-ID gibt es zwei Argumente, mit denen ein grosser Teil der Befragten einverstanden ist. Interessanterweise handelt es sich dabei sowohl um ein Argument für die Einführung als auch um ein Argument dagegen", so Yougov. 57% stimmen der Aussage zu "die E-ID erleichtert alltägliche Prozesse wie Behördengänge und amtliche Geschäfte. Das ist insbesondere auch ein Vorteil für Menschen in Randregionen oder mit eingeschränkter Mobilität". Gleichzeitig stimmen allerdings auch 58% der Aussage zu, "obwohl die E-ID freiwillig sein soll, entsteht langfristig faktisch ein Zwang, wenn immer mehr Dienste nur noch digital verfügbar werden".
Auch wenn sich bei der Vorlage bereits erste Meinungstendenzen abzeichnen würden, bleibe ein relevanter Teil der Bevölkerung noch unentschlossen, konstatiert Yougov. Bei der E-ID sei das etwas weniger stark ausgeprägt als bei der gleichzeitig stattfindenden Abstimmung zu den Liegenschaftssteuern. Ein möglicher Grund dafür liege in der unterschiedlichen Wahrnehmung der beiden Themen. Die E-ID wird als wichtiger und zugleich weniger komplex eingeschätzt. 57% der Befragten gaben an, die E-ID sei ihnen wichtig.