Für 69 Milliarden Dollar will Microsoft den Game-Entwickler Activision Blizzard übernehmen. Nach der Ankündigung wurden rasch kartellrechtliche Bedenken laut. Microsoft könne seine Marktmacht ausnützen und beliebte Gametitel wie "Call of Duty", "Overwatch", "World of Warcraft", "Starcraft" oder "Hearthstone" exklusiv anbieten.
Nun hat zumindest der erste Bedenkenträger grünes Licht gegeben: Die EU-Kommission hat den geplanten Deal unter Auflagen genehmigt. Microsoft habe zwei Möglichkeiten angeboten, wie Nutzerinnen und Nutzer auch nach der Übernahme Zugang zu Activision-Spielen behalten könnten, teilte die Kommission mit.
Zum einen sollen Spieler in den EU-Staaten sowie Norwegen, Island und Liechtenstein für zehn Jahre eine kostenlose Lizenz bekommen, die es ihnen erlaubt, aktuelle und künftigen Spiele von Activision Blizzard, über einen Cloud-Gaming-Dienst ihrer Wahl zu spielen. Voraussetzung sei, dass sie bereits eine Spiellizenz besässen. Auch Cloud-Gaming-Anbieter sollen eine Lizenz erhalten, damit Nutzer alle PC- und Konsolenspiele von Activision Blizzard spielen können.
Widerstände in Grossbritannien und den USA bleiben
"Mit den Verpflichtungszusagen werden die von der Kommission geäusserten wettbewerbsrechtlichen Bedenken in vollem Umfang ausgeräumt", hiess es in der Mitteilung der Kommission. Die Wettbewerbshüter betonten zudem, dass es für Microsoft Anreize gebe, Activision-Spiele für die Playstation von Sony anzubieten, da die Konsole des Konkurrenten einen viermal so hohen Absatz erziele wie die eigene Xbox.