Europäische Klagewelle gegen das KI-Training von X

12. August 2024 um 09:49
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Illustration: Erstellt durch inside-it.ch mit Midjourney

Elon Musk lässt seit kurzem seinen KI-Chatbot Grok ungefragt mit Beiträgen von Nutzern und Nutzerinnen der Plattform X lernen. Dagegen hagelt es nun Beschwerden.

Die europäische Datenschutz-Organisation Noyb hat in neun EU-Ländern Beschwerden gegen X eingereicht. Es handelt sich um Belgien, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, die Niederlande, Österreich, Polen und Spanien. Bei den "Dringlichkeitsverfahren" im Rahmen der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) geht es um den X-Chatbot Grok von Elon Musks Firma xAI, dessen Künstliche Intelligenz standardmässig mit Beiträgen von Usern der Plattform X trainiert wird.
Da die X-Nutzerinnen und -Nutzer über die Verwendung ihrer Daten für das KI-Training nicht vorab informiert und um Erlaubnis gefragt wurden, hatte die für den Twitter-Nachfolger X in Europa zuständige irische Datenschutzbehörde DPC bereits am vergangene Woche eine Klage gegen das Netzwerk erhoben. Diese geht dem Datenschutz-Verein Noyb allerdings nicht weit genug, weil die Klage sich nur mit Nebenaspekten des Falls beschäftige.
Max Schrems, der Vorsitzende von Noyb, sagt: "Unternehmen, die direkt mit Nutzern interagieren, müssen ihnen einfach eine Ja/Nein-Abfrage stellen, bevor sie ihre Daten verwenden. Sie tun dies regelmässig für viele andere Dinge, also wäre es definitiv auch für KI-Training möglich."

Dringlichkeit geboten

In Anbetracht der Tatsache, dass X bereits damit begonnen habe, die Daten von Personen für seine KI-Technologie zu verarbeiten, habe Noyb ein "Dringlichkeitsverfahren" gemäss Artikel 66 DSGVO in den neun Ländern beantragt. Diese Vorschrift erlaube es den Datenschutzbehörden, in solchen Situationen vorläufige Anordnungen zu treffen und eine EU-weite Entscheidung über den Europäischen Datenschutzausschuss zu treffen.
Die ungefragte Nutzung der X-Daten und die geänderten Datenschutz-Einstellungen waren vor zwei Wochen ersten X-Nutzern aufgefallen. Dabei war das Häkchen bei der Erlaubnis für Grok, neben direkten Interaktionen mit dem Chatbot auch öffentliche X-Beiträge zu verwenden, für alle automatisch gesetzt.
Die Einstellung kann nur in der Web-Version von X verändert werden, in der Smartphone-App wird sie aktuell gar nicht angezeigt. Das solle sich bald ändern, kündigte X an.

Meta schob Pläne auf – X setzt sie um

Der Facebook-Konzern Meta hatte im Juni auf Druck der irischen Datenschützer seine Pläne, öffentliche Beiträge von Nutzern in Europa zum Training seiner KI-Modelle zu verwenden, auf unbestimmte Zeit aufgeschoben. Zuvor war kritisiert worden, dass Meta keine ausdrückliche Einwilligung der Nutzer vorsah, sondern lediglich die Möglichkeit, der Verwendung der Daten zu widersprechen. X geht nun so vor, wie Meta es vorhatte.

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