Ex-Entwickler der CIA drohen wegen Wikileaks bis zu 80 Jahre Haft

14. Juli 2022, 08:57
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Foto: Mike Hindle / Unsplash

Eine Jury hat den Software-Ingenieur schuldig gesprochen. Er soll geheime Dokumente der CIA an Wikileaks weitergegeben haben.

Eine Geschworenenjury an einem Bundesgericht im Staat New York hat am 13. Juli einen Software-Ingenieur in allen neun Anklagepunkten für schuldig befunden, wie US-Medien übereinstimmend berichten. Ihm drohen nun bis zu 80 Jahre Haft. Der 33-Jährige sei "für einen der dreistesten und folgenschwersten Fälle von Spionage in der US-Geschichte verurteilt" worden, teilte der zuständige Staatsanwalt Damian Williams mit.
Im März 2017 hatte Wikileaks Tausende Seiten von vertraulichen Dokumenten veröffentlicht, die als "Vault 7 Leak" bekannt wurden. Daraus ging hervor, dass die CIA eine eigene Programmiertruppe aufgebaut hatte, um durch Schwachstellen unter anderem in Smartphones, Computern und Fernsehgeräten Verdächtige gezielt auszuspähen. Genannt wurden unter anderem Lücken bei Google und Apple, die vom Geheimdienst ausgenutzt wurden.

Gerichtsverfahren wurde wieder aufgenommen

Bei einer grossangelegten Fahndungsaktion stiessen Ermittler laut Justizministerium auf den Mann, der bis 2016 als Software-Ingenieur bei der CIA an der Entwicklung von Spionageprogrammen gearbeitet hatte. Er wurde 2018 unter anderem wegen illegaler Beschaffung von Informationen über die nationale Verteidigung und deren unrechtmässige Weitergabe angeklagt.
Im Jahr 2020 endete ein Gerichtsverfahren gegen ihn in einem Schuldspruch wegen Missachtung des Gerichts und Falschaussage gegenüber der Bundespolizei FBI, wie die 'Washington Post' berichtete. In acht weiteren, schwerwiegenderen Anklagepunkten hätten sich die Geschworenen nicht einigen können. Es sei daraufhin zu einer Wiederaufnahme des Verfahrens gekommen.

Das Motiv: Unmut über Arbeitsbedingungen

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft gab der Programmierer die Unterlagen aus Unmut darüber weiter, dass die CIA seine Beschwerden über die Arbeitsbedingungen ignoriert hatte. Dieser sah sich hingegen als Sündenbock und gab vor Gericht an, es gebe kein Motiv, wie die Zeitung weiter schrieb.
In einem noch nicht abgeschlossenen Prozess wird dem Entwickler zudem Besitz von Kinderpornografie vorgeworfen. Im Rahmen einer Durchsuchung sollen Ermittler entsprechende Dateien auf seinem Computer entdeckt haben. Er hat auf nicht schuldig plädiert.

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