Fedpol und Zollamt investieren 46,5 Millionen in externe IT-Hilfe

5. Januar 2024 um 09:46
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Illustration: Erstellt durch inside-it.ch mit Dall-E / GPT-4

Bei "komplexen und aufwändigen IKT-Projekten" brauchen die Ämter Unterstützung. 10 Unternehmen erhielten Zuschläge.

Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) und das Bundesamt für Zoll und Grenzschutz (BAZG) investieren gemeinsam 46,48 Millionen Franken in externe IT-Ressourcen. Das geht aus einem Zuschlag auf Simap hervor.
Die externe Hilfe sei nötig, weil "die eigenen, internen Ressourcen nicht ausreichen", um "komplexe und aufwändige IKT-Projekte zu bewältigen", wie es im Pflichtenheft des Projekts heisst, das inside-it.ch vorliegt.

Heikle Daten im Spiel

Offenbar sind die IT-Projekte im Fedpol komplexer und aufwändiger. Das Amt erhält zwei Drittel des Kuchens (rund 35,5 Millionen Franken) und das BAZG einen. Das Fedpol listet im Pflichtenheft die Bereiche Polizeisysteme und Identifikation, Bundeskriminalpolizei, Bundessicherheitsdienst und interkantonale Polizeikooperation auf, die Unterstützung benötigen. Dass es da um heikle Daten geht, versteht sich von selbst: In den Bereichen gehts unter anderem um den nationalen Teil des Schengener Informationssystems, das nationale Fahndungssystem, das Fingerabdruck-Informationssystem und ein kriminalpolizeiliches Ermittlungssystem.
Das BAZG erwähnt das Programm Dazit, bei welchem es unter dem Strich um die Digitalisierung des Zolls geht. Zuletzt hat sich ein Dazit-Teilprojekt um ein halbes Jahr verzögert. Neu ist der Stichtag für die Umstellung der nationalen Durchfuhr der 17. März 2024.

10 von 18 Anbietern erhielten einen Zuschlag

Um einen Rahmenvertrag hatten sich in der Ausschreibung insgesamt 18 Unternehmen beworben. 10 davon erhielten nun den Zuschlag mit einem Gesamtvolumen von 46,5 Millionen Franken für 5 Jahre.
Der Zuschlag geht an die Firmen e3, Schwab Solutions, Amstein + Walthert Progress, Adesso, Isolutions, Kiwi Consultants, Eraneos, Deloitte, App Unternehmensberatung AG und Eviden. Diese hätten die Qualitätskriterien vollständig erfüllt, heisst es in der Begründung. "Durch den daraus resultierenden Punktevorsprung" seien auch Anbieter berücksichtigt worden, "die nicht unter den 10 preisgünstigsten Angeboten lagen". Die offerierten Stundensätze der Zuschlagsempfänger lagen zwischen 171,49 und 202,84 Franken.

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