Vor knapp einem Jahr wurde ChatGPT der Weltöffentlichkeit vorgestellt und löste das PR-trächtige Rennen um die Vorherrschaft im Geschäft mit generativer Künstlicher Intelligenz aus. Nun bilanzieren die Marktforscher von Gartner etwas nüchterner Stand und Fortschritt der Technologie: Generative Künstliche Intelligenz befinde sich auf dem Gipfel der überhöhten Erwartungen, heisst es von den Analysten.
Das ist die zweite Position im sogenannten Hype Cycle von Gartner. Auf einem Liniendiagramm zeigt dieser jeweils den aktuellen Stand einer Technologie: Von der Erfindung über den Gipfel der aufgeblasenen Erwartungen durch das Jammertal der Desillusion soll das Zeitalter der Aufklärung schliesslich den Weg zum breiten produktiven Einsatz bereiten. Wenn das denn gelingt. Denn immer wieder verschwinden Technologien spurlos auf dem Friedhof der Tech-Ideen.
Heute nutzen 5% der Firmen generative KI
Generativer Künstlicher Intelligenz droht dieses Schicksal aber nicht. Glaubt man Gartner, wird der Einsatz von generativer KI in Firmen von heute 5% auf 80% im Jahre 2026 hochschnellen. "Generative KI ist zu einer Top-Priorität für das C-Management geworden und hat enorme Innovationen bei neuen Tools jenseits von Basismodellen ausgelöst", sagt Gartner-Analyst Arun Chandrasekaran in einer Mitteilung.
In einem AI Hype Cycle hat Gartner die Aspekte der Künstlichen Intelligenz aufgegliedert (siehe Grafik). Besonders raschen Erfolg sieht Gartner bei KI-unterstützten virtuellen Assistenten – besseren Chatbots – und sogenannten "Workload Accelerators": Apps, die Mitarbeitenden die Arbeit erleichtern. Etwa ChatGPT, wenn das Tool auf eine Frage antwortet oder Text transkribiert und zusammenfasst.
Noch kämpfen die Anwendungen bekanntlich mit Halluzinationen, aber Gartner sieht hier Auswege. "Technologieführer sollten mit Modellen beginnen, die sich durch eine hohe Genauigkeit in der Leistungsrangliste auszeichnen, die von einem hervorragenden Ökosystem unterstützt werden und die über angemessene Sicherheits- und Datenschutzrichtlinien verfügen", sagt Chandrasekaran salbungsvoll.
Die Forscher sehen in Foundation Models einen wichtigen Puzzlestein, die mit Tools für Risiko- und Sicherheitsmanagement für verlässliche Resultate sorgen sollen. Beide Pfeiler dürften bis zur Marktreife aber noch etwas brauchen. Laut Hype Cycle werden die Basismodelle erst in 5 bis 10 Jahren auf dem Plateau der Produktivität breit ausgerollt werden. Risiko-Tools, von Gartner mit der Abkürzung AI TRiSM (für: AI Trust, Risk and Security Management) vorgestellt, könnten schon in 2 bis 5 Jahren bereitstehen. Wenn sie denn nicht auf dem Friedhof der Technologie begraben werden, um durch ein neues Akronym ersetzt zu werden.
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