General Manager Switzerland Salesforce, Rami Habib. Foto: inside-it.ch
An der Schweizer Hausmesse von Salesforce warb der Hersteller für das Agentic Enterprise. Die einheimischen Firmen zeigten sich offen, arbeiten aber nur beschränkt mit KI-Agenten.
Die KI-Agenten des US-Anbieters Salesforce sollen Angestellten von Unternehmen weltweit dereinst viel (Routine-)Arbeit abnehmen. Diese Vision skizzierte Mitgründer Marc Benioff anlässlich der Lancierung der Agentforce-Plattform vor knapp zwei Jahren. Den Start sollten der Kundendienst und der Vertrieb machen, gaben die Salesforce-Produktstrategen vor. Hier sahen sie offenbar das grösste Einsparpotenzial bei der Kundschaft.
Schon damals waren die Schweizer Kundinnen und Kunden ganz Ohr. Sie zählen teilweise zu den treuen Kunden des CRM-Anbieters, allerdings vornehmlich in seinem Kerngeschäft. Amcor, die Liechtensteinische Landesbank und Syngenta suchten und fanden Wege, wie die KI-Agenten ihnen im Geschäft helfen können. Dies dokumentieren Auftritte von Führungskräften der drei Schweizer Firmen an der Hausmesse von Salesforce in Zürich.
Amcor, LLB und Syngenta
Federica Bonichi von Amcor Flexibles. Foto: inside-it.ch
Der Vertrieb beim Verpackungsunternehmen Amcor verbrachte in der Vergangenheit viel Zeit mit der Suche nach Informationen. Die Zeit fehlte dann teilweise bei der Kundenakquise und -betreuung, führte Federica Bonichi auf der Salesforce-Bühne aus. Als Senior Director Global Commercial Operations bei Amcor Flexibles war sie beteiligt an der Einführung von KI-Agenten, die bei der Informationssuche behilflich sind, wie sie sagte. Die Technologie helfe ausserdem beim Onboarding neuer Mitarbeitenden, indem sie Informationen zusammentrage.
Patrick Fürer von der Liechtensteinischen Landesbank. Foto: inside-it.ch
Dem Chief Digital & Operating Officer der Liechtensteinischen Landesbank, Patrick Fürer, und seinen Kollegen assistieren KI-Agenten von Salesforce bei der Vorbereitung von Meetings. Damit sparten die Führungskräfte der Bank viel Aufwand und Zeit, wie er sagte.
Lucy Reynolds von Syngenta. Foto: inside-it.ch
Syngenta adressiert mit seiner Agrartechnologie theoretisch weltweit rund 570 Millionen Bauernbetriebe. Damit steht die Global Head of Commercial Digital IT, Lucy Reynolds, vor der Herausforderung, den Vertrieb mit adäquater Technologie auszustatten, um diese hohe Zahl an Kundinnen und Kunden bedienen zu können. Sie wusste zu berichten, dass KI zwar ein nützliches Hilfsmittel ist, mit dem allerdings nicht alle Bedürfnisse erfüllt werden können. Die Technologie helfe aber, das Wissen über Agrartechnologie zu demokratisieren, sodass sowohl Kleinstbetriebe als auch Grossfarmen mit den gleichen Informationen arbeiten könnten.
Support-Website und Telefon-Hotline
Der General Manager Switzerland von Salesforce, Rami Habib, zeigte sich auf der Bühne erfreut über den Zuspruch der Schweizer Kundschaft. Die Zahl der rund 2000 Teilnehmenden am Anlass in Zürich sei ein guter Beleg dafür.
Burger Swart von Salesforce. Foto: inside-it.ch
Dass der Anbieter selbst nur mit dem berühmten Wasser kocht, offenbarte Assistant Vice President Sales Burger Swart auf der Salesforce-Bühne. Sein Unternehmen habe die KI zuerst auf die Support-Website losgelassen, um den Kundinnen und Kunden die Informationssuche zu erleichtern. Heute könnten die Anwenderinnen und Anwender die KI zum Beispiel bitten, den Prozess zum Zurücksetzen von Passwörtern zu erklären. Wie der Manager nachdoppelte, stelle Salesforce aktuell den Telefonsupport auf KI um, wobei der Rollout zuerst in den USA starte.